Schmelzhypoplasie
Synonyme: Schmelzbildungsstörung · quantitative Schmelzstörung
Die Schmelzhypoplasie ist eine quantitative Störung der Schmelzbildung: Es wird zu wenig Matrix gebildet, sodass der Schmelz von vornherein zu dünn ist oder Gruben, Rillen und Defekte aufweist. Sie entsteht durch eine Störung während der Sekretionsphase der Ameloblasten. Davon zu unterscheiden ist die qualitative Störung, bei der normal dicker Schmelz mangelhaft mineralisiert ist.
- Hypoplasie ist quantitativ (zu wenig Schmelz), Hypomineralisation qualitativ (zu weicher Schmelz).
- Ursache ist eine Störung in der Sekretionsphase der Ameloblasten.
- Mögliche Auslöser sind Frühgeburt, schwere Allgemeinerkrankungen, Mangelernährung sowie lokale Traumen oder Infektionen.
- Ein lokal geschädigter bleibender Zahn nach Milchzahntrauma wird als Turner-Zahn bezeichnet.
- Schmelzbildung der bleibenden Frontzähne
- ca. 3. Lebensmonat bis 4.–5. Lebensjahr
- Schmelzbildung des ersten bleibenden Molaren
- ca. Geburt bis 3. Lebensjahr
- Betroffene Bildungsphase
- Sekretionsphase der Ameloblasten
Die Oberfläche ist hart und glatt, der Rand des Defekts scharf begrenzt – anders als bei kariösen oder hypomineralisierten Arealen. Aus dem Zeitpunkt der auslösenden Störung lässt sich anhand der betroffenen Zahngruppen auf das Lebensalter zurückschließen, weil die Schmelzbildung zahnspezifisch zeitlich festgelegt ist.
- Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Normal dicker, aber mangelhaft mineralisierter Schmelz mit weicher, porös brechender Oberfläche.
- Amelogenesis imperfecta
Erbliche Störung, die generalisiert beide Dentitionen betrifft, nicht einzelne Bildungszeiträume.
- Verwechslung mit initialer Karies – der hypoplastische Defekt ist hart, glatt und scharf begrenzt.
- Verwechslung mit MIH, die scharf begrenzte gelb-braune Opazitäten bei normaler Schmelzdicke zeigt.
- Übersehen des Zusammenhangs mit einem früheren Milchzahntrauma bei einzelnem betroffenem Zahn.
Hypoplasie ist zu wenig Schmelz, Hypomineralisation ist zu weicher Schmelz – hart und dünn gegen weich und normal dick.
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MIH, Schmelz- und Dentinbildungsstörungen.