Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Synonyme: MIH · Käsemolaren
Die MIH ist eine systemisch bedingte Strukturstörung des Schmelzes, die mindestens einen der vier ersten bleibenden Molaren betrifft und häufig zusätzlich die bleibenden Inzisivi einbezieht. Der Schmelz ist normal dick gebildet, aber mangelhaft mineralisiert, wodurch er porös und mechanisch instabil ist. Die Ätiologie gilt als multifaktoriell und ist nicht abschließend geklärt.
- Definitionsgemäß ist mindestens ein erster bleibender Molar betroffen; der Einbezug der Inzisivi ist möglich, aber nicht zwingend.
- Die Opazitäten sind scharf begrenzt – im Unterschied zur diffusen Begrenzung bei Dentalfluorose.
- Posteruptive Schmelzeinbrüche entstehen unter Kaubelastung, obwohl der Schmelz bei Durchbruch noch vollständig war.
- Die Lokalanästhesie ist bei MIH-Molaren häufig erschwert, da die chronische Pulpaentzündung die Erregungsschwelle senkt.
- Betroffene Zähne (Definition)
- mindestens 1 der 4 ersten bleibenden Molaren
- Typisches Durchbruchsalter der Indexzähne
- ca. 6 Jahre
- Angenommener Störungszeitraum der Mineralisation
- letztes Trimenon bis ca. 3. Lebensjahr
Betroffene Zähne zeigen scharf begrenzte weiß-gelbliche bis braune Opazitäten und brechen unter Kaubelastung posteruptiv ein. Die ausgeprägte Hypersensibilität erschwert sowohl Mundhygiene als auch Lokalanästhesie erheblich.
- Dentalfluorose
Diffuse, symmetrische Opazitäten ohne scharfe Randbegrenzung, meist mit Fluoridanamnese.
- Schmelzhypoplasie
Quantitativer Defekt mit zu dünnem Schmelz und glatter Oberfläche statt normal dickem, poröser Schmelz.
- Verwechslung mit Fluorose: Diese zeigt diffuse, symmetrisch verteilte Flecken ohne scharfe Begrenzung.
- Unterschätzung des Anästhesiebedarfs, was zu schmerzhaften Behandlungserfahrungen und dauerhafter Behandlungsangst führt.
- Adhäsive Füllungen auf hypomineralisiertem Schmelz zeigen schlechte Haftwerte und frühe Randspaltbildung.
Bei MIH ist der Schmelz normal dick, aber schlecht mineralisiert – im Gegensatz zur Hypoplasie, bei der zu wenig Schmelz gebildet wurde.
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MIH, Schmelz- und Dentinbildungsstörungen.