Xerostomie
Synonyme: Mundtrockenheit · Hyposalivation
Xerostomie bezeichnet das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, während Hyposalivation die objektiv messbare Verminderung der Speichelfließrate beschreibt. Häufigste Ursache ist eine medikamentöse Nebenwirkung, daneben spielen Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Der Speichelmangel beeinträchtigt Schutzfunktionen, Kauen, Schlucken und Sprechen erheblich.
- Die häufigste Ursache im Alter ist die Nebenwirkung von Medikamenten, verstärkt durch Polypharmazie.
- Speichel wirkt über Spülfunktion, Pufferkapazität und antimikrobielle Bestandteile kariesprotektiv.
- Bei Sjögren-Syndrom bestehen zusätzlich trockene Augen und weitere systemische Symptome.
- Eine Bestrahlung der Kopf-Hals-Region kann die Speicheldrüsen dauerhaft schädigen.
- Hyposalivation unstimuliert
- Richtwert unter ca. 0,1 ml/min
- Hyposalivation stimuliert
- Richtwert unter ca. 0,7 ml/min
Folgen sind ein stark erhöhtes Kariesrisiko, Schleimhautbrennen, Prothesenprobleme und Candidainfektionen. Die Therapie umfasst Ursachenklärung, Speichelstimulation, Speichelersatzmittel und eine intensivierte Fluoridprophylaxe.
- Sjögren-Syndrom
Autoimmunerkrankung mit zusätzlicher Xerophthalmie und typischer Serologie.
- Radiogene Xerostomie
Nach Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich, häufig irreversibel.
- Gleichsetzung von subjektiver Xerostomie und objektiv gemessener Hyposalivation.
- Empfehlung zuckerhaltiger Bonbons zur Speichelanregung mit deutlich erhöhtem Kariesrisiko.
- Behandlung der Symptome ohne Überprüfung der auslösenden Medikation.
Xerostomie ist das Gefühl, Hyposalivation der Messwert – beides muss nicht zusammen auftreten.
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Mundtrockenheit, Wurzelkaries und Schleimhautveränderungen.