Amalgam
Synonyme: Dentalamalgam · Silberamalgam
Amalgam ist ein plastisches Füllungsmaterial, das aus einer Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer besteht. Es härtet durch eine Kristallisationsreaktion aus und zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Historisch gehört es zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der konservierenden Zahnheilkunde.
- Moderne Non-Gamma-2-Amalgame weisen einen erhöhten Kupfergehalt von über 12 Prozent auf, wodurch die korrosionsanfällige Gamma-2-Phase eliminiert wird.
- Amalgam besitzt keine Adhäsion an Schmelz oder Dentin und erfordert eine makromechanische Retention durch unterundierte Kavitätenformen.
- Die Aushärtung beruht auf einer Kristallisationsreaktion zwischen Quecksilber und der Silber-Zinn-Legierung.
- Das Polieren von Amalgamrestaurationen darf frühestens nach 24 Stunden und nur unter reichlicher Wasserkühlung erfolgen.
- Amalgam zeigt eine hohe Druckfestigkeit, besitzt aber eine relativ geringe Zugfestigkeit und ein gewisses plastisches Fließverhalten unter Belastung.
- Mindest-Kupfergehalt in Non-Gamma-2-Amalgamen
- > 12 %
- Wartezeit bis zur Politur der Füllung
- mind. 24 h
- EU-Verwendungsverbot für Vulnerable Gruppen (Kinder unter 15, Schwangere, Stillende)
- seit 01.07.2018
- Generelles EU-Ausphasen für Amalgam
- 01.01.2025
Amalgam zeigt als plastisches Füllungsmaterial eine hohe Langlebigkeit und Toleranz gegenüber Feuchtigkeit bei der Verarbeitung. Aufgrund von Quecksilberemissionen, Umweltaspekten und ästhetischen Einschränkungen ist die Indikation stark zurückgegangen. Gemäß EU-Quecksilberverordnung gilt ein weitgehendes Verwendungsverbot bei Schwangeren, Stillenden, Kindern unter 15 Jahren und seit 2025 die generelle Ausphasung im EU-Raum.
- Composit
Composit wird über Adhäsivsysteme mikromechanisch fest am Zahn verankert, während Amalgam rein makromechanisch retiniert wird.
- Glasionomerzement
Glasionomerzement bindet chemisch an die Zahnhartsubstanz und setzt Fluorid frei, erreicht jedoch nicht die hohe Druckfestigkeit von Amalgam.
- Atraumatische Restaurationstechnik
Die atraumatische Restaurationstechnik nutzt Handinstrumente und plastische Zemente ohne Bohrer, während Amalgam präzise Bohrerpräparationen benötigt.
- Frühzeitiges Polieren vor Ablauf von 24 Stunden führt zu Gefügeveränderungen, Quecksilberfreisetzung und Pulpaschädigung durch Überhitzung.
- Fehlende Unterundierungen bei der Präparation führen mangels adhäsiven Verbundes zwangsläufig zum Verlust der Füllung.
- Direkter Kontakt von Amalgam mit edleren Metallen wie Gold im Mundraum erzeugt galvanische Elemente und führt zu Kontaktkorrosion sowie Schmerzen.
Amalgam: Mechanisch stark, aber Quecksilber im Quark.
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- VoraussetzungGlasionomerzement
Bei tiefen Kavitäten ist eine Unterfüllung indiziert, um die Pulpa vor der hohen thermischen Leitfähigkeit des metallischen Amalgams zu schützen.
- VoraussetzungKavitätenpräparation
Die Kavitätenpräparation für Amalgam erfordert rechtwinklige Übergänge und unterundierte Bereiche zur mechanischen Verankerung.
- TherapieMatrizensysteme
Ein Matrixband wird bei Klasse-II-Kavitäten benötigt, um das plastische Amalgam während des Einkondensierens approximal zu begrenzen.
- AbgrenzungComposit
Composit dient als adhäsive, zahnfarbene Alternative zu Amalgam und erfordert im Gegensatz dazu eine schmelzschonende Präparation.
Zemente, Amalgam, Keramik und ihre Indikationen.