Composit
Synonyme: Komposit · Composite · Kompositfüllung
Composit ist ein plastisches, zahnfarbenes Füllungsmaterial, das aus einer organischen Monomermatrix und anorganischen Füllstoffen besteht. Die Aushärtung erfolgt meist durch photopolymerisationsinduzierte Vernetzung der Monomere. Es ermöglicht eine mikromechanische und chemische Haftung am Zahnhartgewebe über Adhäsivsysteme.
- Komposite bestehen aus einer organischen Monomermatrix (z. B. Bis-GMA, UDMA), anorganischen Füllstoffen (z. B. Bariumglas, Siliziumdioxid) und einer Kopplungsphase aus Silanen.
- Silane verbinden die organische Matrix chemisch mit den anorganischen Füllstoffen und verhindern das Eindringen von Wasser an den Grenzflächen.
- Die Polymerisation wird meist durch blaues Licht (Wellenlänge ca. 468 nm) über den Initiator Campherchinon und ein tertiäres Amin gestartet.
- Zur Minimierung des Schrumpfungsstresses und vollständigen Durchhärtung müssen konventionelle Komposite in Inkrementen von maximal 2 mm geschichtet werden.
- Bulk-Fill-Komposite ermöglichen durch höhere Transluzenz und optimierte Photoinitiatorsysteme Schichtstärken von 4 bis 5 mm.
- Maximale Inkrementstärke konventioneller Komposite
- 2 mm
- Maximale Inkrementstärke von Bulk-Fill-Kompositen
- 4-5 mm
- Absorptionsmaximum von Campherchinon
- 468 nm
- Volumetrische Polymerisationsschrumpfung
- 1,5-4,0 %
- Empfohlene Mindest-Lichtintensität der Polymerisationslampe
- 1000 mW/cm²
Composites sind das Standardmaterial für ästhetische und adhäsive Restaurationen im Front- und Seitenzahnbereich. Für einen dauerhaften Verbund ist eine absolute Trockenlegung (vorzugsweise mit Kofferdam) sowie eine sorgfältige Säure-Ätz-Technik oder ein Adhäsivsystem erforderlich. Um die Polymerisationsschrumpfung gering zu halten, muss das Material in Inkrementtechnik (Schichtstärke maximal 2 mm) eingebracht und lichtgehärtet werden.
- Glasionomerzement
Glasionomerzement härtet über eine Säure-Basen-Reaktion aus, haftet ohne Adhäsiv chemisch an der Dentinsubstanz und setzt Fluorid frei, weist jedoch eine deutlich geringere Biege- und Abrasionsfestigkeit als Komposit auf.
- Amalgam
Amalgam ist eine metallische Restauration mit makromechanischer Retention, die im Gegensatz zu Komposit feuchtigkeitsunempfindlicher in der Verarbeitung ist, aber keine Mikroverzahnung eingeht.
- Compomer
Compomere sind polysäuremodifizierte Kunststoffe mit geringerer mechanischer Belastbarkeit als Komposite, die primär radikalisch polymerisieren und eine untergeordnete Säure-Basen-Reaktion aufweisen.
- Verwechslung von konventionellen Kompositen mit Bulk-Fill-Materialien, was bei Schichtstärken über 2 mm zu unvollständiger Polymerisation und Monomerfreisetzung führt.
- Nichtbeachtung der Sauerstoffinhibitionsschicht an der Oberfläche, die vor der finalen Ausarbeitung nicht durch Wasser getrocknet, sondern auspoliert oder mittels Glyceringel abgehalten werden muss.
- Applikation bei unzureichender Trockenlegung, da Speichel- oder Blutkontamination die Adhäsivschicht irreversibel schädigt.
Kofferdam und Ätzung fein, lässt das Composit langlebig sein.
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- VoraussetzungAdhäsivsystem
Ein Adhäsivsystem ist zwingend erforderlich, um eine Mikroverzahnung und chemische Haftung zwischen Zahnhartsubstanz und hydrophobem Komposit aufzubauen.
- VoraussetzungKofferdam
Die absolute Trockenlegung mittels Kofferdam schützt den Adhäsiv-Komposit-Verbund vor Kontamination durch Speichel, Blut oder Atemfeuchtigkeit.
- FolgeKunststoffe und Polymerisation
Die Schrumpfung des Komposits während der Härtung erzeugt Zugspannung an den Kavitätenwänden, was zu Randspalten und postoperativen Sensibilitäten führen kann.
- TherapieFissurenversiegelung
Niedrigviskose Komposite (Flowables) werden zur präventiven Versiegelung kariesgefährdeter Fissuren und Grübchen eingesetzt.
- FolgeDentinhypersensibilität
Unvollständige Hybridnschichtbildung oder Randspaltbildung unter Kompositrestaurationen kann Flüssigkeitsbewegungen in den Dentintubuli und somit Hypersensibilitäten auslösen.
Haftvermittlung, Schichttechnik und Polymerisation.