ZahnLexikon
← Zurück zum Lexikon
Radiologie
KI-generiert
Radiologische Befundung Karies und Parodont

Approximalkaries im Röntgenbild

Synonyme: Kariesdiagnostik radiologisch · Bissflügelbefundung

Definition

Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.

Prüfungsfokus
  • Die Bissflügelaufnahme ist das Verfahren der Wahl zur Diagnostik der Approximalkaries.
  • Ein Mineralverlust von etwa 30–40 % ist nötig, bevor eine Läsion radiologisch sichtbar wird.
  • Läsionen im Schmelz und äußeren Dentindrittel werden primär nicht invasiv behandelt.
  • Die Röntgenaufnahme unterschätzt die tatsächliche Ausdehnung der Läsion systematisch.
Zahlen & Werte
Mineralverlust bis zur radiologischen Sichtbarkeit
ca. 30–40 %
Grenze zur invasiven Therapie
meist ab Dentinbeteiligung im mittleren Drittel
Intervall der Bissflügelkontrolle
risikoabhängig, ca. 12–36 Monate
Klinische Relevanz

Röntgenologisch erscheint die Läsion regelhaft kleiner als sie tatsächlich ist, weil eine Mineralverlustschwelle überschritten sein muss, bevor sie sichtbar wird. Daraus folgt die zentrale Regel: Läsionen im Schmelz und im äußeren Dentindrittel werden zunächst nicht invasiv behandelt, weil ein erheblicher Teil von ihnen noch keine Kavitation aufweist.

Abgrenzung
  • Radioluzenz

    Allgemeiner Begriff für Aufhellungen; hier geht es um die Bewertung genau einer Befundart.

  • Radiologische Normalanatomie

    Normalstrukturen wie der zervikale Burn-out können Karies vortäuschen.

Typische Fallstricke
  • Invasive Therapie jeder sichtbaren Aufhellung, obwohl keine Kavitation vorliegt.
  • Verwechslung des zervikalen Burn-out-Effekts mit einer Wurzelkaries.
  • Horizontale Fehlprojektion mit Überlagerung der Approximalflächen und übersehenen Läsionen.
Merksatz

Im Bild ist die Läsion immer kleiner als in Wirklichkeit – im Schmelz wird deshalb erst remineralisiert, nicht gebohrt.

Bilder & Videos

Medien werden gesucht …

Zusammenhänge
Teil von: Radiologische Befundung Karies und Parodont

Kariesdiagnostik und Knochenabbau im Röntgenbild.