ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Intraorale Aufnahmetechniken

Bissflügelaufnahme

Synonyme: Bitewing · Bissflügelröntgen

Definition

Die Bissflügelaufnahme ist eine intraorale Röntgenaufnahme zur Darstellung der Zahnkronen und des koronalen Alveolarknochens von Ober- und Unterkiefer im Seitenzahnbereich. Der Film oder Sensor wird durch Aufbeißen des Patienten auf eine Halterungslasche fixiert.

Prüfungsfokus
  • Die Bissflügelaufnahme dient primär der Früherkennung approximaler Kariesläsionen und der Beurteilung des koronalen Alveolarknochenstands.
  • Zur überlappungsfreien Darstellung der Approximalkontakte muss der Zentralstrahl streng orthoradial durch die Interdentalräume gerichtet werden.
  • Die Anwendung von Filmhaltern mit Zielvorrichtung erhöht die Reproduzierbarkeit und vermindert Einstellfehler signifikant.
  • Bei fortgeschrittenem parodontalem Knochenabbau werden vertikale Bissflügelaufnahmen zur vollständigen Abbildung des Limbus alveolaris gewählt.
  • Eine vertikale Inklination des Tubus von etwa +5 bis +8 Grad kompensiert die anatomische Neigung der Okklusionsebene.
Zahlen & Werte
Zentralstrahl-Vertikalneigung
+5° bis +8°
Demineralisationsschwelle für radiologische Sichtbarkeit
30-50% Mineralverlust
Röntgenintervall bei hohem Kariesrisiko
6-12 Monate
Röntgenintervall bei niedrigem Kariesrisiko
24-36 Monate
Klinische Relevanz

Sie gilt als Goldstandard für die Früherkennung von Approximal- und Sekundärkaries sowie zur Beurteilung des marginalen Knochenabbaus. Zur Isometrie und Überlappungsvermeidung muss der Zentralstrahl exakt orthoradial durch die Approximalkontakte gerichtet werden.

Abgrenzung
  • Zahnfilm

    Ein Zahnfilm stellt den vollständigen Zahn samt Apikalregion dar, während die Bissflügelaufnahme speziell Kronen und den marginalen Knochen beider Kiefer abbildet.

  • Orthopantomogramm

    Das Orthopantomogramm liefert eine Übersicht des gesamten Kauorgans, hat jedoch eine deutlich geringere Auflösung für approximale Initialkaries als die Bissflügelaufnahme.

Typische Fallstricke
  • Nicht-orthoradiale Einstelltechnik führt zu Kontaktpunktüberlappungen und maskiert initiale Approximalkaries.
  • Fehlinterpretation des zervikalen Aufhellungsphänomens (Cervical Burnout) als reale Dentinkaries.
  • Verwendung horizontaler statt vertikaler Bissflügelaufnahmen bei tiefen parodontalen Taschen, wodurch der Knochenundereinbruch nicht erfasst wird.
Merksatz

Bissflügel sichern die Kariesdiagnose zwischen den Nachbarzähnen.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Intraorale Aufnahmetechniken

Zahnfilm, Bissflügel und Paralleltechnik.