Luxation
Synonyme: Zahnlockerung · Dislokation
Unter Luxation versteht man die vollständige oder unvollständige Ausrenkung eines Gelenks bzw. die Dislokation eines Zahnes aus seiner Alveole. In der Zahnmedizin bezeichnet der Begriff sowohl das pathologische Zahn- oder Kiefergelenktrauma als auch den gezielten chirurgischen Schritt zur Zahnlockerung bei der Extraktion.
- Die chirurgische Luxation zielt auf den Abriss der Sharpey-Fasern im Desmodont und die plastische Erweiterung des Alveolarknochens ab.
- Nach traumatischer Extrusions- oder Lateralisationsluxation ist eine semiflexible Schienung indiziert.
- Bei der Intrusion bleibender Zähne mit abgeschlossenem Wurzelwachstum wird primär die kieferorthopädische oder chirurgische Reposition angestrebt.
- Die Pulpanekrose stellt die häufigste Spätkomplikation nach traumatischen Luxationsverletzungen bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum dar.
- Luxationshebel dürfen niemals am benachbarten Zahn als Hypomochlion abgestützt werden, um iatrogene Kollateralschäden zu vermeiden.
- Schienungsdauer nach Extrusions- oder Lateralisationsluxation
- 2 Wochen
- Schienungsdauer bei Alveolarfortsatzfraktur oder Replantation
- 4 Wochen
- Kontrollintervalle der Sensibilitätsprüfung posttraumatisch
- 4 Wochen, 3 Monate, 6 Monate, 12 Monate
Bei der Extraktion wird das Desmodont mithilfe von Luxationsinstrumenten (z. B. Bein-Hebel) gezielt zerrissen und der Alveolarknochen expandiert. Ein traumatisches Luxationstrauma durch ein Trauma erfordert je nach Dislokationsgrad eine Reposition, flexible Schienung für 2 bis 4 Wochen und regelmäßige Sensibilitätsprüfungen.
- Subluxation
Bei der Subluxation liegt eine erhöhte Beweglichkeit des Zahnes vor, jedoch ohne klinisch oder radiologisch sichtbare Stellungsänderung im Vergleich zur Luxation.
- Avulsion
Bei der Avulsion ist der Zahn vollständig aus der Alveole herausgelöst, während bei der Luxation meist noch Knochen- oder Ligamentkontakt besteht.
- Ankylose
Bei der Ankylose fehlt der Parodontalspalt radiologisch vollständig und der Zahn ist immobil, wogegen ein luxierter Zahn gelockert oder fehlpositioniert ist.
- Abstützen des Luxationshebels auf Nachbarzähnen oder der dünnen vestibulären Knochenlamelle, was zu Frakturen oder ungewollter Zahnlockerung führt.
- Zu starre oder zu lange Schienung nach traumatischem Luxationstrauma, welche das Risiko für eine entzündliche Wurzelresorption und Ankylose erhöht.
- Verwechslung einer traumatischen Intrusion mit einer verzögerten Zahnentwicklung bei kindlichen Patienten.
Luxation lockert: Hebel dehnt den Knochen, Trauma verlangt Schienung.
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- DiagnostikSensibilitätsprüfung
Nach traumatischer Luxation ist eine regelmäßige Sensibilitätsprüfung essenziell, um den Vitalitätsverlauf der Pulpa zu überwachen.
- TherapieExodontie
Der Bein-Hebel wird als Luxationsinstrument genutzt, um den Zahn vor dem Ansetzen der Zange im Desmodontallager zu lockern.
- FolgeAnkylose
Eine massive Schädigung des Parodontalligaments im Rahmen eines Luxationstraumas kann zu einer knöchernen Einheilung und Ankylose führen.
- FolgePulpanekrose
Durch den Abriss des neurovaskulären Bündels am Foramen apicale infolge einer Dislokation kommt es häufig zur Pulpanekrose.
- VoraussetzungTrauma
Ein mechanisches Dental- oder Kiefertrauma stellt die ätiologische Ursache für pathologische Luxationsverletzungen der Zähne dar.
Zangen- und Hebeltechnik, operative Zahnentfernung.