Bleichmittel und Wirkmechanismus
Synonyme: Wasserstoffperoxid · Carbamidperoxid · Bleichgel
Zahnaufhellung beruht auf der Oxidation farbtragender Moleküle durch Peroxide. Wasserstoffperoxid zerfällt zu freien Radikalen, die große, konjugierte Chromophore in kleinere, farblose Bruchstücke spalten. Carbamidperoxid ist ein Trägermolekül, das im Mund in Wasserstoffperoxid und Harnstoff zerfällt – etwa ein Drittel seiner Konzentration wirkt als Wasserstoffperoxid.
- Carbamidperoxid zerfällt zu etwa einem Drittel Wasserstoffperoxid und zwei Dritteln Harnstoff.
- 10 % Carbamidperoxid entsprechen ungefähr 3,5 % Wasserstoffperoxid.
- Der Wirkmechanismus ist eine Oxidation von Chromophoren durch freie Radikale.
- In der EU sind Produkte mit über 6 % Wasserstoffperoxid für kosmetische Zwecke nicht zugelassen.
- Umrechnung Carbamid- zu Wasserstoffperoxid
- ca. 1 : 0,35
- Typisches Home-Bleaching
- 10–16 % Carbamidperoxid
- EU-Grenze für zahnärztliche Abgabe
- über 0,1 % bis 6 % H₂O₂
Für die häusliche Anwendung in der Schiene werden niedrig konzentrierte Gele über längere Zeit eingesetzt, in der Praxis höher konzentrierte für kurze Einwirkzeiten. Die Umrechnung ist prüfungsrelevant: 10 % Carbamidperoxid entsprechen etwa 3,5 % Wasserstoffperoxid. In der EU dürfen Produkte über 0,1 % bis 6 % Wasserstoffperoxid nur nach zahnärztlicher Erstanwendung abgegeben werden.
- Schmelzinfiltration und Mikroabrasion
Entfernt oder maskiert oberflächliche Läsionen mechanisch bzw. optisch statt oxidativ zu bleichen.
- Internes Bleaching
Gleiche Chemie, aber Applikation von innen im avitalen Zahn.
- Gleichsetzen der Prozentangaben von Carbamid- und Wasserstoffperoxid.
- Anwendung auf undichten Restaurationsrändern oder freiliegenden Dentinflächen mit starker Hypersensibilität.
- Bleichen vor abgeschlossener Kariessanierung.
Carbamidperoxid durch drei ergibt Wasserstoffperoxid – 10 % werden zu rund 3,5 %.
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Externes und internes Bleaching, Indikation und Risiken.