Denosumab
Synonyme: RANKL-Antikörper
Denosumab ist ein humaner Monoklonaler Antikörper, der gezielt an RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor-kappaB Ligand) bindet. Er hemmt die Ausreifung, Funktion und das Überleben von Osteoklasten und reduziert dadurch den Knochenabbau stark. Hauptindikationen sind Osteoporose und Knochenmetastasen.
- Denosumab ist ein humaner Monoklonaler Antikörper gegen RANKL und hemmt gezielt die Differenzierung und das Überleben von Osteoklasten.
- Das Risiko für eine antiresorptiva-assoziierte Kieferosteonekrose (ARONJ) ist unter hochdosierter Denosumab-Therapie in der Onkologie vergleichbar hoch oder höher als unter intravenösen Bisphosphonaten.
- Im Gegensatz zu Bisphosphonaten lagert sich Denosumab nicht im Knochen ab, wodurch die antiresorptive Wirkung nach Absetzen reversibel ist.
- Nach Absetzen von Denosumab kommt es zu einem Rebound-Effekt mit überschießendem Knochenabbau und erhöhtem Frakturrisiko.
- Vor Beginn einer Therapie mit Denosumab ist eine vollständige zahnärztliche Fokus-Sanierung zwingend indiziert.
- Dosierung Osteoporose (Prolia)
- 60 mg s.c. alle 6 Monate
- Dosierung Onkologie (Xgeva)
- 120 mg s.c. alle 4 Wochen
- Plasmahalbwertszeit
- ca. 26 Tage
Unter Denosumab-Therapie besteht ein erhebliches Risiko für antiresorptiva-assoziierte Kieferosteonekrosen (ARONJ). Vor Therapiebeginn ist eine Gebiss-Sanierung zwingend erforderlich; invasive Eingriffe während der Therapie erfordern strenge Indikationsstellung, Perioperatives Infektionsschutzkonzept und plastischen Wundverschluss. Im Gegensatz zu Bisphosphonaten ist die Wirkung nach Absetzen reversibel (Rebound-Effekt).
- Bisphosphonate
Bisphosphonate binden irreversibel an Hydroxyapatit im Knochen und verbleiben dort jahrelang, wohingegen Denosumab im Serum an RANKL bindet und keine Geweberetention aufweist.
- Romosozumab
Romosozumab hemmt Sclerostin und wirkt sowohl osteoanabol als auch antiresorptiv, während Denosumab rein antiresorptiv über die RANKL-Inhibition wirkt.
- Annahme einer jahrelangen Knochenretention wie bei Bisphosphonaten; Denosumab weist eine Halbwertszeit von etwa 26 Tagen auf und lagert sich nicht im Hydroxyapatit ein.
- Eigenmächtiges Absetzen der Medikation vor chirurgischen Eingriffen, was einen gefährlichen Rebound-Effekt bezüglich des Knochenabbaus auslösen kann.
- Durchführung elektiver zahnärztlich-chirurgischer Eingriffe während einer laufenden Denosumab-Therapie ohne plastischen Wundverschluss und perioperative Infektionsprophylaxe.
Denosumab blockiert RANKL und schützt den Knochen vor dem Abbau.
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- FolgeMedikamentenassoziierte Kiefernekrose
Denosumab ist neben den Bisphosphonaten einer der Hauptauslöser für die Entstehung einer medikamentenassoziierten Kiefernekrose.
- AbgrenzungBisphosphonate
Beide Wirkstoffgruppen reduzieren die Osteoklastenaktivität stark, unterscheiden sich jedoch grundlegend in Pharmakokinetik und Bindungsort.
- DiagnostikOrthopantomogramm
Ein Orthopantomogramm wird vor Beginn der Denosumab-Gabe benötigt, um entzündliche Herde und Sanierungsbedarf frühzeitig zu identifizieren.
- VoraussetzungChirurgische Extraktion
Nicht erhaltungswürdige Zähne sollten idealerweise vor Einleitung der Denosumab-Therapie chirurgisch entfernt werden, um spätere invasive Eingriffe im risikobehafteten Knochen zu vermeiden.
Antikoagulation, Bisphosphonate und Begleiterkrankungen.