Bisphosphonate
Synonyme: BP
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
- Bisphosphonate binden irreversibel an Hydroxylapatit und induzieren die Apoptose von Osteoklasten.
- Die Verweilzeit und biologische Halbwertszeit von Bisphosphonaten im Knochengewebe beträgt mehrere Jahre bis Jahrzehnte.
- IntravStandard-Anwendungen bei Onkologie-Patienten (z. B. Zoledronat) besitzen ein deutlich höheres MRONJ-Risiko als orale Therapien bei Osteoporose.
- Eine systematische Zahn- und Mundhöhlensanierung vor Beginn einer Bisphosphonattherapie senkt das Kiefernekroserisiko signifikant.
- Chirurgische Eingriffe unter Bisphosphonatmedikation erfordern perioperative Antibiosen und einen primären, plastischen Wundverschluss.
- Halbwertszeit im Knochengewebe
- bis zu 10 Jahre
- MRONJ-Inzidenz bei i.v.-High-Dose-Therapie (Onkologie)
- 1–15 %
- MRONJ-Inzidenz bei oraler Low-Dose-Therapie (Osteoporose)
- 0,01–0,1 %
Zahnärztliche Eingriffe mit Knochenexposition unter Bisphosphonattherapie bergen das Risiko einer Kiefernekrose (MRONJ). Vor Therapiebeginn sollte eine Sanierung der Mundhöhle erfolgen; chirurgische Eingriffe erfordern plastischen Wundverschluss und perioperative Antibiosen.
- Denosumab
Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen RANKL mit reversibler Wirkung ohne Knochenspeicherung, wohingegen Bisphosphonate akkumulieren.
- Teriparatid
Teriparatid wirkt als Parathormon-Analogon rein osteoanabol und birgt im Gegensatz zu Bisphosphonaten kein Risiko für Kiefernekrosen.
- Ein kurzfristiges Pausieren der Bisphosphonate (Drug Holiday) vor Zahnextraktionen reduziert das MRONJ-Risiko wegen der jahrelangen Knochenkumulation kaum.
- Verwechslung des Wirkmechanismus mit Denosumab: Bisphosphonate lagern sich im Hydroxylapatit ein, während Denosumab als Antikörper zirkulierendes RANKL neutralisiert.
Bisphosphonate hemmen den Abbau im Knochen stark, erfordern vor Extraktionen Sanierung auf Zack.
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- FolgeMedikamentenassoziierte Kiefernekrose
Die Bisphosphonattherapie gilt als häufigste Ursache für das Auftreten einer medikamentenassoziierten Kiefernekrose.
- AbgrenzungDenosumab
Beide Substanzen sind Antiresorptiva, unterscheiden sich jedoch grundlegend in Pharmakokinetik und Bindungsort am Knochen.
- TherapieAmoxicillin
Amoxicillin wird zur perioperativen Infektionsprophylaxe bei knochenchirurgischen Eingriffen unter Bisphosphonateinfluss eingesetzt.
- VoraussetzungOsteotomie
Invasive Maßnahmen wie die Osteotomie erfordern bei Patienten unter Bisphosphonaten ein spezielles chirurgisches Kautelenprotokoll.
Antikoagulation, Bisphosphonate und Begleiterkrankungen.