ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

Orthopantomogramm

Synonyme: OPG · Panoramaschichtaufnahme · PSA

Definition

Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.

Prüfungsfokus
  • Die exakte Positionierung der Inzisiven in der Schichtebene (Fokalschicht) ist entscheidend für die scharfe Abbildung der Frontzähne.
  • Eine Überneigung des Kopfes nach vorne führt zu einer stark gekrümmten Okklusionsebene (Smile-Linie) und Verkürzung der Unterkieferfrontzähne.
  • Eine Rückneigung des Kopfes bewirkt eine flache oder invertierte Okklusionsebene sowie eine Überlagerung der Oberkieferwurzeln durch den harten Gaumen.
  • Das Fehlen des Zungen-Gaumen-Schlusses führt zu einer radioluzenten Luftüberlagerung im Bereich der Oberkieferzahnwurzeln.
  • Orthopantomogramme sind aufgrund verfahrensbedingter Überlappungen und Schichtunschärfen für die primäre Approximalkariesdiagnostik ungeeignet.
Zahlen & Werte
Effektive Dosis (digitales OPG)
10 - 30 µSv
Vergrößerungsfaktor
ca. 20 - 30 %
Schichtdicke im Frontzahnbereich
ca. 6 - 9 mm
Klinische Relevanz

Es dient als primäre Übersichtskontrolle in der Diagnostik, Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Parodontologie. Fehler bei der Patienteneinstellung führen zu Verzerrungen, weshalb eine präzise Positionierung der Incisivuskante in der Schichtebene essenziell ist.

Abgrenzung
  • Digitale Volumentomographie

    Die DVT bietet im Gegensatz zum 2D-OPG eine überlagerungsfreie dreidimensionale Darstellung ohne Schichtverzerrungen.

  • Bissflügelaufnahme

    Die Bissflügelaufnahme dient im Gegensatz zum OPG der hochauflösenden Detaildiagnostik von Approximalkaries und crestalem Knochenabbau.

  • Fernröntgenseitenaufnahme

    Die FRS ist eine standardisierte Fernaufnahme zur cephalometrischen Analyse skelettaler Strukturen, während das OPG ein Nahbereichs-Schichtverfahren ist.

Typische Fallstricke
  • Fehlinterpretation von Geisterschatten (Ghost Images), die durch kontralaterale, höher gelegene und unscharfe Abbildung dicht strukturierter Objekte entstehen.
  • Fehlannahme einer exakten mesio-distalen Längenmessung aufgrund variabler, anatomieabhängiger Vergrößerungsfaktoren.
  • Fälschliche Diagnose von Wurzelfrakturen im Frontzahnbereich, da Bewegungs- und Schichtartefakte Frakturlinien vortäuschen oder verdecken können.
Merksatz

Das OPG zeigt das ganze Gebiss von Ohr zu Ohr auf einen Blick.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

OPG, FRS und digitale Volumentomographie.