Dosis
Synonyme: Strahlendosis · Röntgendosis
Die Dosis bezeichnet in der Radiologie das Maß für die absorbierte oder wirksame Menge an ionisierender Strahlung. Unterschieden werden unter anderem die Energiedosis (Absorptionsenergie pro Masse in Gray) und die Äquivalent- bzw. Effektive Dosis (in Sievert), welche die biologische Strahlenwirkung berücksichtigt.
- Die Energiedosis in Gray (Gy) misst die physikalisch deponierte Strahlungsenergie pro Masse, berücksichtigt jedoch keine biologischen Gewebewirkungen.
- Die Äquivalentdosis in Sievert (Sv) gewichtet die Energiedosis mit dem Strahlungswichtungsfaktor zur Beurteilung der biologischen Wirkung im Gewebe.
- Die effektive Dosis berücksichtigt zusätzlich die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit verschiedener Organe über Gewebe-Wichtungsfaktoren.
- Für die Risikoabschätzung stochastischer Strahlenschäden in der Zahnmedizin ist primär die effektive Dosis maßgeblich.
- Deterministische Strahlenschäden besitzen einen Schwellenwert, der bei zahnärztlichen Röntgendiagnostiken nicht erreicht wird.
- Effektive Dosis Einzelzahnaufnahme (digital)
- 1-5 µSv
- Effektive Dosis Orthopantomogramm (OPG)
- 10-30 µSv
- Effektive Dosis DVT (je nach FOV)
- 20-500 µSv
- Natürliche Strahlenexposition in Deutschland pro Jahr
- ca. 2,1 mSv
Im Praxisalltag bestimmt die effektive Dosis das stochastische Strahlenrisiko für Patienten. Durch den Einsatz digitaler Empfänger und Kollimatoren lässt sich die Dosis bei zahnärztlichen Röntgenaufnahmen signifikant reduzieren.
- Energiedosis
Reine physikalische Größe für die absorbierte Energie pro Masseneinheit ohne Einbeziehung biologischer Faktoren.
- Äquivalentdosis
Gewichtet die Energiedosis mit der Strahlungsart, berücksichtigt jedoch nicht die spezifische Organempfindlichkeit.
- Effektive Dosis
Summe der gewichteten Äquivalentdosen aller bestrahlten Gewebe zur Bemessung des stochastischen Gesamtrisikos.
- Verwechslung von Energiedosis (Gy) und effektiver Dosis (Sv), was zu falschen Risikoanalysen führt.
- Annahme einer linearen Abnahme der Dosis mit dem Abstand, obwohl diese nach dem Abstandsquadratgesetz quadratisch sinkt.
Dosis misst die Strahlung im Gewebe – Sievert schätzt den Schaden ein.
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- VoraussetzungALARA-Prinzip
Das ALARA-Prinzip verpflichtet zur Minimierung der Röntgendosis auf das vernünftigerweise erreichbare Maß.
- DiagnostikDigitale Volumentomographie
Die DVT verursacht eine deutlich höhere Dosis als zweidimensionale Aufnahmen und erfordert daher eine strenge rechtfertigende Indikation.
- DiagnostikOrthopantomogramm
Das OPG erzeugt eine höhere effektive Dosis als ein Einzelzahnfilm, bietet dafür jedoch eine Übersicht über den gesamten Kieferbereich.
- FolgeSchilddrüsenschutz
Der Einsatz eines Schilddrüsenschutzes verringert die Dosis am strahlensensiblen Schilddrüsengewebe bei intraoralen Röntgenaufnahmen.
Dosisgrößen, Rechtfertigung und Schutzmaßnahmen.