ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Strahlenphysik und Strahlenschutz

Schilddrüsenschutz

Synonyme: Schilddrüsenkragen · Bleikragen

Definition

Der Schilddrüsenschutz ist eine radiologische Schutzvorrichtung, meist in Form eines Bleikragens oder Schilddrüsenschutzschildes mit einem Äquivalentwert von mindestens 0,35 bis 0,5 mm Blei. Er schützt das Schilddrüsengewebe vor direkter Nutzstrahlung und Sekundärstrahlung während dentalen Röntgenaufnahmen. Die Anwendung ist Teil der strahlenschutzrechtlichen Vorgaben zur Expositionsminimierung.

Prüfungsfokus
  • Der Schilddrüsenschutz schützt eines der strahlensensibelsten Organe im Kopf-Hals-Bereich vor direkter Nutzstrahlung und Streustrahlung.
  • Bei intraoralen Zahnaufnahmen und Fernröntgenseitenaufnahmen ist der Einsatz eines Schilddrüsenschutzes vorgeschrieben, sofern das Diagnostikziel nicht verdeckt wird.
  • Bei Panoramaschichtaufnahmen ist ein hoher Schilddrüsenkragen kontraindiziert, da er den Unterkiefer überlagert und zu massiven Schattenartefakten führt.
  • Die Schutzwirkung basiert auf einem normierten Bleigleichwert, der die lokale Äquivalentdosis signifikant reduziert.
  • Die Anwendung ist Teil der gesetzlichen Vorgaben zur Dosisreduktion gemäß Strahlenschutzverordnung.
Zahlen & Werte
Mindestbleigleichwert des Schilddrüsenschutzes
0,35 mm Pb
Empfohlener Bleigleichwert bei höherer Dosisintensität
0,50 mm Pb
Gewebe-Wichtungsfaktor der Schilddrüse (ICRP 103)
0,04
Klinische Relevanz

Die Schilddrüse gehört zu den strahlensensibelsten Organen im Kopf-Hals-Bereich. Bei intraoralen Zahnaufnahmen (z. B. Einzelzahnaufnahmen) und Kephalometrie muss dem Patienten ein Schilddrüsenschutz angelegt werden, sofern dadurch das Untersuchungsziel nicht verdeckt wird. Bei Panoramaschichtaufnahmen (OPG) ist ein klassischer hoher Schilddrüsenkragen meist kontraindiziert, da er die Auswertung des Unterkiefers durch Artefakte behindern kann.

Abgrenzung
  • Bleischürze

    Die Bleischürze schützt vorrangig den Rumpf und die Gonaden vor Streustrahlung, während der Schilddrüsenschutz gezielt das cervikale Schilddrüsengewebe abdeckt.

  • OPG-Röntgenschutzschürze

    Eine OPG-Schutzschürze bedeckt Brust und Rücken unter Aussparung des Halsbereichs, um die Umlaufbahn des Strahlenbündels nicht zu behindern.

Typische Fallstricke
  • Verwendung eines hohen Schilddrüsenkragens beim OPG, was zur Unbrauchbarkeit der Aufnahme durch röntgendichte Artefakte im Unterkieferbereich führt.
  • Der Irrglaube, dass beim OPG gar kein Röntgenschutz getragen werden darf; indiziert ist eine spezielle Schürze ohne hohen Halskragen.
  • Fehlende regelmäßige Sicht- und Tastprüfung des Schutzmaterials auf Risse und Beschädigungen im Bleiäquivalent.
Merksatz

Schützt den Hals das dichte Blei, bleibt die Schilddrüse strahlenfrei.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Strahlenphysik und Strahlenschutz

Dosisgrößen, Rechtfertigung und Schutzmaßnahmen.