ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

Digitale Volumentomographie

Synonyme: DVT · CBCT · Cone Beam CT

Definition

Die Digitale Volumentomographie ist ein dreidimensionales Bildgebungsverfahren, bei dem ein kegelförmiges Strahlenbündel ein isotropes Volumendatenset der Mund-, Kiefer- und Gesichtsregion erzeugt. Sie bietet eine hohe Ortsauflösung bei meist geringerer Dosis im Vergleich zur konventionellen Computertomographie.

Prüfungsfokus
  • Die DVT nutzt ein kegelförmiges Strahlenbündel (Cone Beam) und Flachdetektoren zur Erzeugung eines 3D-Volumendatensatzes.
  • Aufgrund isotroper Voxel erlaubt die DVT metrisch exakte, verzerrennungsfreie Strecken- und Winkelmessungen in allen Raumebenen.
  • Hauptindikationen umfassen die prächirurgische Implantatdiagnostik, die Lagebeurteilung verlagerter Zähne und komplexe endodontische Fragestellungen.
  • Die DVT weist eine hohe Ortsauflösung für Hartgewebe auf, besitzt jedoch eine sehr geringe Weichgewebskontrastauflösung.
  • Metallische Restaurationen verursachen ausgeprägte Aufhärtungs- und Streustrahlenartefakte (Beam Hardening), die die Befundung stark beeinträchtigen können.
Zahlen & Werte
Isotope Voxelkantenlänge
0,07 - 0,4 mm
Typischer Dosisbereich (Effektive Dosis)
10 - 200 µSv
Typische Sichtfeldgrößen (Field of View / FOV)
4x4 cm bis 17x23 cm
Klinische Relevanz

DVT wird zur prächirurgischen Implantatplanung, Lagebestimmung verlagerter Zähne sowie Beurteilung komplexer endodontischer Anatomien und Knochendefekte genutzt. Die Indikation muss aufgrund der höheren Strahlenexposition als beim OPG streng gestellt werden.

Abgrenzung
  • Computertomographie (MSCT)

    Die MSCT arbeitet mit einem fächerförmigen Strahlenbündel und bietet eine hervorragende Weichgewebskontrastauflösung bei zumeist höherer Strahlenexposition.

  • Orthopantomogramm

    Das OPG ist eine zweidimensionale Schichtaufnahme mit Summationseffekten, während die DVT überlagerungsfreie 3D-Datensätze erzeugt.

Typische Fallstricke
  • DVT ist wegen der mangelnden Weichgewebsauflösung kein Ersatz für die Computertomographie (MSCT) oder MRT bei Verdacht auf Weichgewebstumoren.
  • Fehlannahme, dass ein großes Field of View (FOV) immer besser ist; das FOV muss gemäß StrlSchV und ALARA-Prinzip so klein wie möglich gewählt werden.
  • Unzureichende Erkennung von feinen Frakturen oder Wurzelkanälen durch Artefakte hochdichter Materialien wie Guttapercha oder Metallstifte.
Merksatz

DVT bringt 3D-Schärfe im Kieferbereich bei kegelförmiger Bestrahlung.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

OPG, FRS und digitale Volumentomographie.