Funktionskieferorthopädie
Synonyme: FKO · Funktionelle Kieferorthopädie · Muskelaktivierte Kieferorthopädie
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
- Wirkt rein funktionell durch Umleitung körpereigener Muskelkräfte ohne aktive Federn/Schrauben.
- Hauptanwendungszeitpunkt ist der pubertäre Wachstumsstrahl (maximales Wachstum).
- Typische Geräte: Aktivator (Monoblock), Bionator nach Balters, Funktionsregler nach Fränkel.
- Führt primär zu einer Sagittalanpassung (Unterkieferprotrusion bei Klasse II).
- Optimaler Behandlungszeitpunkt
- Pubertärer Wachstumsspurt (ca. 10 - 14 Jahre)
- Tragezeit FKO-Geräte
- 12 - 15 h/Tag (insbes. nachts)
FKO-Geräte wie der Aktivator, Bionator oder Funktionsregler nach Fränkel nutzen den Schluck- und Kaureflex zur Unterkieferprotrusion. Sie erfordern zwingend noch vorhandenes skelettales Restwachstum im Wachstumsgipfel des Patienten.
- Aktive Platte
Verwendet mechanische Hilfsmittel (Schrauben, Federn) für lokale Zahnbewegungen.
- Dysgnathie-Chirurgie
Operative Verlagerung der Kiefer nach Wachstumsabschluss.
- Anwendung bei ausgewachsenen Patienten ohne Restwachstum (nutzlos für skelettale Korrektur).
- Verwechslung mit aktiven herausnehmbaren Plattenapparaturen.
FKO nutzt Mucki-Kraft, wenn das Wachstum Wunder schafft.
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Herausnehmbare, festsitzende und funktionelle Geräte.