Immunabwehr der Mundhöhle
Synonyme: Orale Immunologie · Mukosale Abwehr
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
- Sekretorisches IgA ist das dominierende Immunglobulin der Schleimhautoberfläche.
- Lysozym spaltet die bakterielle Zellwand und wirkt damit unspezifisch antimikrobiell.
- Neutrophile Granulozyten wandern über die Sulkusflüssigkeit in den Sulkus ein.
- Defekte der Granulozytenfunktion sind mit schwer verlaufenden Parodontitiden assoziiert.
- Leitimmunglobulin der Schleimhaut
- sekretorisches IgA
- Zentrale Abwehrzelle im Sulkus
- neutrophiler Granulozyt
Die neutrophilen Granulozyten des Sulkus sind zentrale Wächter des Parodonts; Störungen ihrer Funktion gehen mit schweren Parodontitiden einher. Immunsuppression und schlecht eingestellter Diabetes schwächen diese Abwehr messbar.
- Unspezifische Abwehr
Sofort wirksam, ohne Gedächtnis, etwa Lysozym und Epithelbarriere.
- Spezifische Abwehr
Antigenspezifisch mit immunologischem Gedächtnis.
- Verwechslung von sekretorischem IgA und dem im Serum dominierenden IgG.
- Unterschätzung des Speichelflusses als mechanischer Abwehrmechanismus.
- Gleichsetzung von Entzündung mit reinem Schaden, obwohl sie primär Abwehr darstellt.
Sekretorisches IgA ist das Leitimmunglobulin der Schleimhäute – nicht IgG wie im Blut.
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Abwehrmechanismen, Mediatoren und Gewebeabbau.