ZahnLexikon
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Implantologie
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Implantatchirurgie

Implantatfreilegung und Einheilung

Synonyme: Zweitoperation · Second-Stage-Surgery · Gingivaformer

Definition

Bei gedeckter Einheilung liegt das Implantat während der Einheilphase vollständig unter der Schleimhaut und wird in einem Zweiteingriff freigelegt. Dabei wird die Verschlussschraube gegen einen Gingivaformer getauscht, der das periimplantäre Weichgewebe ausformt. Bei offener Einheilung entfällt dieser Zweiteingriff, weil bereits primär ein Gingivaformer eingesetzt wird.

Prüfungsfokus
  • Gedeckte Einheilung bedeutet vollständige Schleimhautdeckung und einen Zweiteingriff zur Freilegung.
  • Der Gingivaformer formt das Emergenzprofil und die periimplantäre Weichgewebsmanschette vor.
  • Mindestens 2 mm keratinisierte Mukosa gelten als günstig für die langfristige Pflegbarkeit.
  • Die biologische Breite am Implantat ist mit etwa 3–4 mm größer als am natürlichen Zahn.
Zahlen & Werte
Empfohlene keratinisierte Mukosa
≥ 2 mm
Biologische Breite am Implantat
ca. 3–4 mm
Übliche Einheilzeit vor Freilegung
3 Monate UK, 4–6 Monate OK
Klinische Relevanz

Die gedeckte Einheilung wird bevorzugt, wenn augmentiert wurde oder die Primärstabilität grenzwertig ist. Bei der Freilegung lässt sich zugleich die Breite der keratinisierten Mukosa verbessern, etwa durch apikalen Verschiebelappen oder ein freies Schleimhauttransplantat.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Freilegung mit einer Stanze ohne Rücksicht auf die keratinisierte Mukosa – vorhandenes Gewebe geht verloren.
  • Zu kurzer Gingivaformer, der von der Schleimhaut überwachsen wird.
  • Verletzung der Implantatschulter durch Metallinstrumente beim Entfernen eingewachsenen Gewebes.
Merksatz

Gedeckt einheilen heißt zweimal operieren – dafür bleibt das Implantat in der kritischen Phase ungestört.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Implantatchirurgie

Bohrprotokoll, Insertion, Einheilung und Freilegung.