ZahnLexikon
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Implantologie
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Implantatchirurgie

Implantatbettaufbereitung

Synonyme: Bohrprotokoll · Implantatbettpräparation

Definition

Die Implantatbettaufbereitung ist die schrittweise Präparation des knöchernen Lagers mit aufsteigenden Bohrerdurchmessern. Ziel ist eine passgenaue Kavität, die dem Implantat Halt gibt, ohne den Knochen thermisch oder mechanisch zu schädigen. Kernproblem ist die Hitzeentwicklung: Knochen reagiert auf Überwärmung mit Nekrose.

Prüfungsfokus
  • Die kritische Schwelle für Knochennekrose liegt bei etwa 47 °C über eine Minute Einwirkzeit.
  • In weichem Knochen wird untermaßig präpariert, in dichtem Knochen vollständig und gegebenenfalls mit Gewindeschneider.
  • Externe und interne Kühlung mit steriler physiologischer Kochsalzlösung sind Standard.
  • Stumpfe oder mehrfach aufbereitete Bohrer erhöhen die Wärmeentwicklung erheblich.
Zahlen & Werte
Kritische Temperatur für Knochennekrose
47 °C über 1 Minute
Übliche Bohrdrehzahl
ca. 800–1500 U/min
Drehzahl beim Gewindeschneiden
ca. 15–25 U/min
Klinische Relevanz

Gearbeitet wird mit niedriger Drehzahl, scharfen Bohrern, intermittierendem Druck und reichlicher Kühlung mit steriler Kochsalzlösung. In dichtem D1-Knochen wird die Kavität vollständig aufbereitet und häufig ein Gewindeschneider eingesetzt, in weichem D4-Knochen wird bewusst untermaßig präpariert, um Primärstabilität zu gewinnen.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Durchgehender Druck ohne Pumpbewegung – das Bohrmehl blockiert die Spülung und der Knochen überhitzt.
  • Zu hohe Drehzahl bei der Aufbereitung dichter Kortikalis.
  • Vollständige Aufbereitung in D4-Knochen, wodurch jede Primärstabilität verloren geht.
Merksatz

Ab 47 °C für eine Minute stirbt Knochen – langsam bohren, gut kühlen, scharfe Bohrer nehmen.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Implantatchirurgie

Bohrprotokoll, Insertion, Einheilung und Freilegung.