Freilegungsoperation
Synonyme: Chirurgische Zahndefinition · Zahnfreilegung
Die Freilegungsoperation ist ein oralchirurgischer Eingriff zur Exposition der Krone eines retinierten oder impaktierten Zahnes. Ziel ist es, den Zahn für eine anschließende kieferorthopädische Einordnung mittels Attachments zugänglich zu machen. Die Schnittführung erfolgt je nach Lage des Zahnes palatinal oder vestibulär.
- Der palatinal verlagerte Oberkiefereckzahn stellt die häufigste Indikation für eine chirurgische Freilegungsoperation dar.
- Bei der geschlossenen Freilegung wird das Attachment verklebt und der Lappen primär vernäht, während das Zugelement durch die Schleimhaut austritt.
- Die offene Freilegung mittels apikalem Verschiebelappen wird bevorzugt vestibulär eingesetzt, um befestigte keratinisierte Gingiva zu erhalten.
- Eine präoperative 3D-Diagnostik ist essenziell zur Vermeidung von Wurzelschädigungen an den benachbarten Inzisiven.
- Vermeidung von Schmelz-Zement-Grenz-Traumata während der Osteotomie ist entscheidend zur Prävention von Ankylosen.
- Inzidenz der Oberkiefereckzahnverlagerung
- 1-3 %
- Verteilung palatinale vs. vestibuläre Lage
- 85 % palatinal / 15 % vestibulär
- Mindestbreite befestigter Gingiva bei Erhaltung
- 2 mm
Indiziert bei impaktierten oder retinierten Zähnen (häufig Canini im Oberkiefer) zur Vorbereitung einer kieferorthopädischen Eingliederung. Das Vorgehen umfasst die Lappenbildung (offen oder geschlossen), die Osteotomie zur Freilegung der Krone und das schonende Bekleben mit einem Attachment. Komplikationen wie Wurzelschädigungen Nachbarzähne oder Ankylosen sind zu vermeiden.
- Chirurgische Extraktion
Vollständige Entfernung des retinierten Zahnes anstelle des Zahnerhalts mittels kieferorthopädischer Einordnung.
- Germektomie
Entfernung eines noch nicht ausgebildeten Zahnkeims vor Abschluss des Wurzelwachstums, während die Freilegung den Zahnerhalt zum Ziel hat.
- Anwendung einer Wundausschneidung (Gingivektomie) bei vestibulär verlagerten Zähnen ohne ausreichend keratinisierte Gingiva führt zu Rezessionen und Attachementverlust.
- Zu weit apikal durchgeführte Osteotomie schädigt das Desmodont im Zervikalbereich und begünstigt eine postoperative Ankylose.
Freilegung schafft Sicht – die KFO zieht ins Licht.
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- DiagnostikDigitale Volumentomographie
Erlaubt die exakte dreidimensionale Lagebeurteilung des retinierten Zahnes und den Ausschluss von Resorptionen an Nachbarzähnen.
- TherapieSäure-Ätz-Technik
Wird intraoperativ genutzt, um das kieferorthopädische Attachment adhäsiv auf dem freigelegten Schmelz zu befestigen.
- VoraussetzungOsteotomie
Erforderlicher Knochenabtrag, um die Zahnkrone für das Befestigen des Attachments zugänglich zu machen.
- FolgeAnkylose
Kann als Komplikation entstehen, wenn das Desmodont bei der Freilegung mechanisch oder thermisch geschädigt wird.
Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.