Implantatgetragene Deckprothese im Alter
Synonyme: Overdenture · Deckprothese · Hybridprothese auf Implantaten
Bei der implantatgetragenen Deckprothese wird eine herausnehmbare Prothese über Attachments auf Implantaten verankert. Im zahnlosen Unterkiefer gilt die Versorgung auf zwei interforaminären Implantaten als etablierter Mindeststandard, weil dort die konventionelle Totalprothese am häufigsten an mangelndem Halt scheitert. Als Verankerung dienen Kugelanker, Locatoren oder Stege.
- Zwei interforaminäre Implantate gelten im zahnlosen Unterkiefer als Mindeststandard für die Deckprothese.
- Der interforaminäre Bereich liegt zwischen den beiden Foramina mentalia und ist chirurgisch vergleichsweise sicher.
- Gebräuchliche Attachments sind Kugelanker, Locatoren und Stege.
- Attachments können bei nachlassender Pflegefähigkeit deaktiviert werden, ohne die Prothese zu erneuern.
- Implantatzahl UK-Deckprothese
- in der Regel 2
- Implantatzahl OK-Deckprothese
- meist 4, wegen geringerer Knochendichte
- Typisches Wechselintervall der Matrizen
- ca. 1–2 Jahre
Der Gewinn an Kaufunktion, Kaukomfort und Lebensqualität ist gut belegt. Voraussetzung bleibt jedoch die Fähigkeit, Implantate und Attachments zu reinigen – gelingt das im Verlauf nicht mehr, drohen periimplantäre Entzündungen. Bei nachlassender Pflegefähigkeit lassen sich Attachments deaktivieren und die Prothese schleimhautgetragen weiterführen.
- Totalprothese
Rein schleimhautgetragen, ohne implantatgestützte Verankerung.
- Stegversorgung
Eine spezielle Verankerungsform der Deckprothese, keine eigenständige Versorgungsart.
- Implantation ohne Prüfung, ob die Pflege langfristig gesichert ist.
- Zu enge Attachmentführung mit hoher Abzugskraft bei eingeschränkter Handkraft.
- Vernachlässigung der Matrizenabnutzung, die schleichend zu Halteverlust führt.
Zwei Implantate im zahnlosen Unterkiefer sind der Mindeststandard – solange der Patient sie noch putzen kann.
Medien werden gesucht …
Pflegbarer und erweiterbarer Zahnersatz für geriatrische Patienten.