Kieferfrakturen
Synonyme: Unterkieferfraktur · Oberkieferfraktur · Le-Fort-Frakturen
Kieferfrakturen sind Kontinuitätsunterbrechungen des Unterkiefers oder Oberkiefers infolge traumatischer Einwirkungen. Sie werden am Oberkiefer klassischerweise nach Le Fort (Typ I, II, III) eingeteilt, während Unterkieferfrakturen nach der Lokalisierung (Kollum, Winkel, Corpus, Symphyse) beschrieben werden. Ziel der Therapie ist die anatomische Reposition, stabile Fixation und Wiederherstellung der prätraumatischen Okklusion.
- Le Fort I: Horizontale Fraktur oberhalb der Alveolarfortsätze (Guerin-Fraktur).
- Le Fort II: Pyramidenförmige Fraktur unter Einbeziehung des Nasenbeins und des infraorbitalen Randes.
- Le Fort III: Transverse Absprengung des Viszerokraniums von der Schädelbasis.
- Unterkieferfrakturen treten am häufigsten im Bereich des Collum mandibulae und des Kieferwinkels auf.
- Miniplattenosteosynthese nach AO-Prinzipien ermöglicht eine übungsstabile Versorgung.
- Le Fort I
- Base nasale / Processus alveolaris
- Le Fort II
- Pyramidenfraktur durch Orbita
- Le Fort III
- Kraniofaziale Absprengung
Leitsymptome sind Malokklusion, Hämatome, Stufenbildung am Knochenrand, abnormal Beweglichkeit und Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet des N. infraorbitalis oder N. alveolaris inferior. Die osteosynthetische Versorgung mittels Platten und Schrauben ist heute der Standard.
- Jochfraktur / Jochbogenfraktur
Isolierte Verletzung des Os zygomaticum ohne Beteiligung der dentalen Alveolarfortsätze.
- Kieferluxation
Verlagerung des Caput mandibulae aus der Fossa articularis ohne knöcherne Kontinuitätsunterbrechung.
- Übersehen einer Begleitfraktur des Caput/Collum mandibulae bei scheinbar isolierter Symphysenfraktur.
- Missachtung der prätraumatischen Okklusion führt zu dauerhaften Bisstörungen.
Le Fort eins trennt die Zähne ab, zwei geht ins Auge, drei macht den Schädel ab.
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Frakturen, Luxationen und Schädigungen sensibler Nerven.