ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Extraktion und Osteotomie

Osteosynthese

Synonyme: Plattenosteosynthese · Knochenfixation

Definition

Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.

Prüfungsfokus
  • In der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die Miniplattenosteosynthese nach Champy das Standardverfahren zur funktionell stabilen Versorgung von Unterkieferfrakturen.
  • Titan ist aufgrund seiner hervorragenden Biokompatibilität und Gewebeintegration das bevorzugte Material für Platten und Schrauben.
  • Bei der Miniplattenosteosynthese erfolgt die Verschraubung im Unterkiefer primär monokortikal entlang den biomechanischen Zuglinien.
  • Infizierte Frakturen, Trümmerfrakturen oder Substanzdefekte erfordern eine rigide, bikortikal verankerte Rekonstruktionsplatte.
  • Eine elektive Materialentfernung symptomloser Titanplatten bei Erwachsenen ist nach vollständiger knöcherner Konsolidierung nicht zwingend erforderlich.
Zahlen & Werte
Schraubendurchmesser Champy-Miniplattensystem
2,0 mm
Schraubendurchmesser Mikroplattensystem (Mittelgesicht/Pädiatrie)
1,0 - 1,5 mm
Schraubendurchmesser Rekonstruktionsplattensystem
2,4 - 2,7 mm
Durchschnittliche knöcherne Einheilzeit
6 Wochen
Klinische Relevanz

Die Osteosynthese wird zur adaptiven oder stabielfixierenden Versorgung von Unterkiefer- und Mittelgesichtsfrakturen sowie nach orthognathen Umstellungsosteotomien angewendet. Nach knöcherner Durchbauung kann je nach System und Lokalisation eine Materialentfernung erforderlich sein.

Abgrenzung
  • Drahtnaht (Osteosynthese)

    Bietet nur eine adaptive Fixierung ohne Übungsstabilität und erfordert eine monatelange intermaxilläre Immobilisation.

  • Konservative Frakturversorgung

    Erfolgt ohne chirurgische Exposition des Knochens mittels Schienungsverband (z. B. Schuchardt-Schiene) und intermaxillärer Elastics.

  • Biodegradierbare Osteosynthese

    Verwendet resorbierbare Polymere (PLLA/PGA), die sich im Körper selbstständig abbauen und keinen Zweiteingriff erfordern.

Typische Fallstricke
  • Plazierung der Schrauben direkt im Verlauf des Nervus alveolaris inferior oder an Zahnwurzelspitzen.
  • Verwechslung von funktionell stabiler (übungstabiler) Miniplattenosteosynthese mit absolut starrer Kompressionsosteosynthese.
  • Belassen von gelockerten oder infizierten Osteosyntheseschrauben, was zu Pseudarthrosen und chronischen Osteomyeliten führt.
Merksatz

Platte und Schraube bringen zusammen, was gebrochen war.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Extraktion und Osteotomie

Zangen- und Hebeltechnik, operative Zahnentfernung.