ZahnLexikon
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Anatomie & Histologie
geprüft
Weichgewebe der Mundhöhle

Mundschleimhaut Histologie

Synonyme: Tunica mucosa oris · Oral mucosa

Definition

Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.

Prüfungsfokus
  • Kaufunktionelle Schleimhaut (Masticatory mucosa) an Gingiva und hartem Gaumen ist ortho- oder paraverhornt.
  • Auskleidende Schleimhaut (Lining mucosa) an Wange, Lippe und Mundboden besitzt ein unverhorntes Epithel.
  • Paraverhornung ist physiologisch in der Mundhöhle und zeichnet sich durch pyknotische Zellkerne im Stratum corneum aus.
  • Das Saumepithel verbindet die Gingiva über Hemidesmosomen mit der Zahnsubstanz (Schmelz oder Zement).
Zahlen & Werte
Erneuerungszeit (Turnover) Saumepithel
4-7 Tage
Erneuerungszeit Wangenschleimhaut
10-14 Tage
Klinische Relevanz

Gingiva und harter Gaumen bestehen aus kaufunktioneller Schleimhaut, die ohne Submukosa direkt fest mit dem Periost verwachsen ist (gebundene Mucosa), um Abscherungen zu verhindern. Aufgrund des hohen Zell-Turnovers regeneriert die Mundschleimhaut sehr rasch, reagiert aber empfindlich auf Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie (Mukositis).

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Verwechslung von Orthoverhornung (vollständig kernlos) und Paraverhornung (pyknotische Kerne bleiben im Stratum corneum erhalten).
  • Annahme, dass der Mundboden oder die Wangeninnenseite verhornt seien.
Merksatz

Kauen ist hart und verhornt, Auskleiden ist weich und unverhornt.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Weichgewebe der Mundhöhle

Mundschleimhaut, Zunge, Gaumen und Mundboden.