Zunge: Muskulatur und Innervation
Synonyme: Lingua · Zungenmuskulatur
Die Zunge besteht aus einer Binnenmuskulatur, die ihre Form verändert, und einer Außenmuskulatur, die sie im Raum bewegt. Die motorische Versorgung erfolgt überwiegend über den Nervus hypoglossus. Sensibilität und Geschmack sind auf mehrere Hirnnerven verteilt, was die Zunge diagnostisch besonders informativ macht.
- Die motorische Innervation erfolgt über den Nervus hypoglossus, ausgenommen der M. palatoglossus.
- Sensibel versorgen der Nervus lingualis die vorderen zwei Drittel und der Nervus glossopharyngeus das hintere Drittel.
- Papillae filiformes tragen keine Geschmacksknospen und dienen der Mechanik.
- Papillae vallatae liegen vor dem Sulcus terminalis und tragen zahlreiche Geschmacksknospen.
- Motorik
- N. hypoglossus (XII)
- Grenze der Innervationsgebiete
- Sulcus terminalis
Bei einseitiger Hypoglossusläsion weicht die herausgestreckte Zunge zur geschädigten Seite ab. Die Papillen der Zungenoberfläche unterscheiden sich in Form und Funktion, wobei nur ein Teil Geschmacksknospen trägt.
- Papillae filiformes
Mechanische Funktion, ohne Geschmacksknospen.
- Papillae vallatae
Wallförmig, tragen zahlreiche Geschmacksknospen.
- Annahme, alle Zungenpapillen trügen Geschmacksknospen.
- Verwechslung der Abweichrichtung bei Hypoglossusparese.
- Gleichsetzung von sensibler und gustatorischer Innervation, die getrennten Nerven folgen.
Bei Hypoglossusparese weicht die Zunge zur kranken Seite ab – der gesunde Muskel schiebt sie hinüber.
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