ZahnLexikon
← Zurück zum Lexikon
Ästhetik
KI-generiert
Restaurative Ästhetik

Non-Prep-Veneers

Synonyme: Additive Veneers · Prepless Veneers · Kontaktlinsen-Veneers

Definition

Non-Prep-Veneers sind sehr dünne keramische Verblendschalen, die ohne oder mit minimalem Substanzabtrag rein additiv aufgeklebt werden. Sie setzen voraus, dass nach vestibulär genügend Raum zur Verfügung steht – etwa bei Zapfenzähnen, Lücken, retrudierten Frontzähnen oder abradierten Zähnen. Fehlt dieser Raum, führt der Verzicht auf Präparation zu überkonturierten, unpflegbaren Rändern.

Prüfungsfokus
  • Indikationen sind Zapfenzähne, Diastemata, retrudierte oder abradierte Frontzähne.
  • Die Schichtstärke liegt oft unter 0,5 mm, was hohe Anforderungen an Fertigung und Handling stellt.
  • Die Haftung erfolgt vollständig am unversehrten Schmelz und ist damit besonders zuverlässig.
  • Ohne ausreichenden vestibulären Raum entstehen überkonturierte, hygienisch ungünstige Ränder.
Zahlen & Werte
Typische Schichtstärke
0,2–0,5 mm
Ätzzeit Schmelz mit 35–37 % Phosphorsäure
ca. 30 Sekunden
Bevorzugte Keramik
Lithiumdisilikat oder Feldspatkeramik
Klinische Relevanz

Die Indikationsprüfung erfolgt über ein diagnostisches Wax-up und ein Mock-up, an dem sich unmittelbar zeigt, ob das gewünschte Ergebnis ohne Abtrag erreichbar ist. Der Vorteil liegt in der prinzipiellen Reversibilität und der vollständigen Schmelzhaftung; der Nachteil in der begrenzten Indikationsbreite und der hohen technischen Anforderung an das Labor.

Abgrenzung
  • Veneers

    Klassische Verblendschale mit definiertem Substanzabtrag und breiterer Indikation.

  • Kompositschichttechnik

    Direkte additive Versorgung am Stuhl, ohne Laborfertigung.

Typische Fallstricke
  • Anwendung bei protrudierten Frontzähnen, wo jede zusätzliche Schicht die Situation verschlechtert.
  • Verzicht auf ein Mock-up und damit fehlende Vorabprüfung der Machbarkeit.
  • Verlängerte Ätzzeiten oder Sandstrahlen am aprismatischen Schmelz werden unterlassen, was den Verbund schwächt.
Merksatz

Ohne Präparation nur dort, wo Platz nach vorn ist – sonst wird der Zahn dicker statt schöner.

Bilder & Videos

Medien werden gesucht …

Zusammenhänge
Teil von: Restaurative Ästhetik

Veneers und Kompositschichtung im sichtbaren Bereich.