Präprothetische Chirurgie
Synonyme: Vestibuloplastik · Tuberplastik · Mundvorhofplastik
Die präprothetische Chirurgie umfasst alle chirurgischen Maßnahmen am Hart- und Weichgewebe zur Verbesserung des Prothesenlagers und Reanimation des Prothesensitzes. Sie zielt darauf ab, anatomische Hindernisse wie scharfe Knochenkanten, Schlotterkämme, störende Bänder oder zu flache Mundvorhöfe zu korrigieren. Dadurch wird eine optimale Retention, Stabilität und Belastbarkeit von abnehmbarem oder festsitzendem Zahnersatz ermöglicht.
- Schlotterkamm entsteht durch Hyperplasie des Bindegewebes nach Knochenresorption und muss vor Prothesenneuanfertigung exzidiert werden.
- Absolute Kammerhöhung erfolgt über Knochenaugmentate, relative Kammerhöhung über Vestibuloplastik.
- Vestibuloplastik nach Clark (Submuköse Vestibuloplastik) oder Kazanjian (Lappenpräparation von den Lippen).
- Exostosen (z. B. Torus palatinus/mandibularis) müssen bei Protheseninstabilität oder Ulzera abgetragen werden.
- Mindesthöhe Alveolarkamm
- 15 mm für stabilen Halt einer Vollprothese (ohne Implantate)
- Abheilungszeit
- 4-6 Wochen nach Vestibuloplastik vor Abdrucknahme
Häufige Eingriffe sind die Alveolarkammglättung, Korrektur störender Lippen-/Zungenbändchen sowie Vestibuloplastiken zur relativen Erhöhung des Alveolarkamms. Durch die Zunahme von Implantaten hat die klassische präprothetische Chirurgie an Häufigkeit verloren, bleibt aber essenziell.
- Prothesenepulis
Reizfibrom am Prothesenrand infolge chronischer Druckstellen, erfordert Exzision und Prothesenanpassung.
- Schlotterkamm
Kammartiges, hyperplastisches Bindegewebe auf atrophischem Knochen ohne Ulzeration.
- Klassifizierung von Schlottergewebe als tragfähiges Prothesenlager.
- Verwechselung von relativer Kammerhöhung (Weichgewebsverlagerung) mit absoluter Kammerhöhung (Augmentation).
Weichgewebe formen, Knochen glätten – damit die Prothesen sicher sitzen!
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Lagerverbesserung, Augmentation, Umstellungs- und Spaltchirurgie.