Belastungsprotokolle
Synonyme: Sofortbelastung · Frühbelastung · Spätbelastung
Belastungsprotokolle regeln, wann ein Implantat prothetisch belastet wird. Nach der gebräuchlichen Einteilung spricht man von Sofortbelastung innerhalb einer Woche, von Frühbelastung zwischen einer Woche und zwei Monaten und von konventioneller Spätbelastung nach mehr als zwei Monaten. Davon zu trennen ist die Sofortversorgung ohne okklusalen Kontakt.
- Sofortbelastung bedeutet Belastung binnen einer Woche, Frühbelastung zwischen einer Woche und zwei Monaten.
- Sofortversorgung ohne okklusalen Kontakt zählt formal nicht als Belastung und ist deutlich risikoärmer.
- Verblockung mehrerer Implantate reduziert Mikrobewegungen und macht frühe Belastung sicherer.
- Die klassischen Einheilzeiten nach Brånemark betrugen drei Monate im Unterkiefer und sechs Monate im Oberkiefer.
- Sofortbelastung
- < 1 Woche nach Insertion
- Frühbelastung
- 1 Woche bis 2 Monate
- Spätbelastung
- > 2 Monate
- Klassische Einheilzeit UK / OK
- 3 / 6 Monate
Die Wahl richtet sich nach Primärstabilität, Knochenqualität, Implantatzahl und Verblockung. Sofortbelastung ist im zahnlosen Unterkiefer mit verblockten Implantaten gut belegt, im weichen posterioren Oberkiefer dagegen risikoreich. Entscheidend ist die Vermeidung von Mikrobewegungen während der Einheilphase.
- Sofort- und Spätimplantation
Bezieht sich auf den Zeitpunkt der Implantation nach Extraktion, nicht auf die prothetische Belastung.
- Implantatfreilegung und Einheilung
Beschreibt den chirurgischen Zweiteingriff, nicht das Belastungsregime.
- Sofortbelastung bei unzureichendem Eindrehmoment – die Folge ist bindegewebige statt knöcherner Einheilung.
- Verwechslung von Sofortimplantation (Zeitpunkt der Insertion) mit Sofortbelastung (Zeitpunkt der Belastung).
- Einzelimplantate im weichen Oberkieferseitenzahnbereich sofort zu belasten.
Sofort = unter einer Woche, früh = bis zwei Monate, spät = danach. Versorgung ohne Kontakt ist keine Belastung.
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Indikation, Zeitpunkt, Risikoabwägung und Planungsmittel.