ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Strahlenphysik und Strahlenschutz

Strahlenexposition

Synonyme: Strahlenbelastung · Exposition

Definition

Strahlenexposition bezeichnet das Einwirken ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper oder Gewebe. In der zahnärztlichen Radiologie handelt es sich meist um eine gezielte, lokale Exposition zu diagnostischen Zwecken. Sie wird quantitativ über die Äquivalent- bzw. Effektivdosis in Sievert (Sv) gemessen.

Prüfungsfokus
  • Die effektive Dosis berücksichtigt die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit verschiedener Gewebe und Organe mittels Gewebe-Wichtungsfaktoren.
  • Zahnärztliche Röntgenuntersuchungen tragen mit unter 1 Prozent nur einen sehr geringen Teil zur jährlichen kollektiven künstlichen Strahlenexposition der Bevölkerung bei.
  • Bei zahnärztlichen Intraoralaufnahmen ist die Schilddrüse das strahlenempfindlichste Organ im Primär- und Streustrahlungsbereich.
  • Jede Strahlenexposition erfordert vor der Auslösung eine strenge rechtfertigende Indikation durch eine Person mit Fachkunde im Strahlenschutz.
  • Die Äquivalentdosis bewertet die biologische Wirkung spezifischer Strahlungsarten über den Strahlungs-Wichtungsfaktor.
Zahlen & Werte
Mittlere natürliche Strahlenexposition in Deutschland pro Jahr
2,1 mSv
Mittlere medizinische Strahlenexposition in Deutschland pro Jahr
1,7 mSv
Effektive Dosis einer digitalen Zahnfilmaufnahme mit Rechteckblende
1-3 µSv
Effektive Dosis einer Panoramaschichtaufnahme (OPTG)
10-25 µSv
Effektive Dosis einer DVT (je nach Field of View)
20-500 µSv
Klinische Relevanz

Zur Minimierung der Dosis kommen digitale Empfänger, Tubusverlängerungen und Rechteckeinblendungen zum Einsatz. Das ALARA-Prinzip (As Low As Reasonably Achievable) fordert, jede Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten, ohne den diagnostischen Nutzen zu gefährden.

Abgrenzung
  • Energiedosis

    Beschreibt die rein physikalisch pro Masseeinheit absorbierte Strahlungsenergie in Gray (Gy) ohne biologische Wichtung.

  • Äquivalentdosis

    Berücksichtigt die biologische Wirksamkeit der jeweiligen Strahlungsart in Sievert (Sv), jedoch noch ohne Gewichtung der einzelnen Gewebearten.

  • Effektivdosis

    Summiert die gewichteten Äquivalentdosen aller exponierten Gewebe und Organe auf, um das stochastische Gesamtrisiko zu quantifizieren.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung von Energiedosis in Gray und Äquivalentdosis in Sievert, da Gray nur die absorbierte Energie und Sievert die biologische Wirkung beschreibt.
  • Annahme, dass das ALARA-Prinzip eine Nulldosis fordert, obwohl es die Reduktion auf das vernünftigerweise erreichbare Maß bei gesichertem Nutzen verlangt.
  • Irrglaube, eine Digitale Volumentomographie habe stets eine geringere Dosis als eine Computertomographie, da große Field-of-Views Dosiswerte von CTs erreichen können.
Merksatz

Dosis klein halten – ALARA ist Schutzes Walten.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Strahlenphysik und Strahlenschutz

Dosisgrößen, Rechtfertigung und Schutzmaßnahmen.