Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Synonyme: Partsch I · Partsch II · Zystenbalgentfernung
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.
- Partsch I (Zystostomie): Druckentlastung führt zu knöcherner Regeneration von peripher nach zentral.
- Partsch II (Zystektomie): Vollständige Exzision schützt vor Rezidiven und erlaubt pathologische Untersuchung.
- Radikuläre Zysten sind die häufigsten Kieferzysten und gehen stets von devitalen Zähnen aus.
- Follikuläre Zysten umschließen die Krone eines retinierten Zahnes an der Schmelz-Zement-Grenze.
- Partsch I
- Zystostomie (Fensterung)
- Partsch II
- Zystektomie (Exzision)
- Radikuläre Zysten Anteil
- ca. 60-70% aller Kieferzysten
Die Zystektomie ist das Verfahren der Wahl bei kleineren Zysten, da sie eine histologische Aufarbeitung des gesamten Balgs ermöglicht und schnelles Ausheilen erlaubt. Die Zystostomie wird bei sehr großen Zysten oder zur Schonung gefährdeter Nachbarstrukturen (N. alveolaris inferior, Nachbarzähne) angewendet.
- Odontogene Keratozyste (OKT)
Lokal aggressiver odontogener Tumor mit hoher Rezidivneigung und daughter cysts im Gewebe.
- Stafne-Höhle
Pseudozyste durch linguale Kieferkonkavität ohne epitheliale Auskleidung.
- Verwechslung radikulärer Zysten und keratozystischer odontogener Tumoren (KOT/OKT): Letztere haben eine hohe Rezidivrate.
- Belassen von Zystenbalgresten bei Partsch II erhöht das Risiko für Lokalrezidive.
Partsch Eins macht das Fenster weit, Partsch Zwei holt den Balg komplett beiseite.
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Zystenoperationen und die Abklärung unklarer Läsionen.