Wurzelspitzenresektion
Synonyme: WSR · Apikoektomie
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
- Eine Indikation zur WSR besteht typischerweise bei persistierender apikaler Parodontitis nach erfolgloser orthograder Wurzelkanalbehandlung oder unzugänglichem Kanalnetz.
- Die Resektion der Wurzelspitze erfolgt um etwa 3 mm, um den Großteil der apikalen Abzweigungen und Seitenkanäle zu entfernen.
- Die Resektionsfläche sollte möglichst rechtwinklig zur Zahnachse präpariert werden, um die Exposition der Dentintubuli gering zu halten.
- Für den retrograden Verschluss werden bevorzugt hydraulische Kalziumsilikatzemente (wie MTA) oder Biokeramiken verwendet.
- Die histopathologische Aufarbeitung des entnommenen periapikalen Gewebes ist obligat zur Abgrenzung von Zysten oder Tumoren.
- Empfohlene Abtragungslänge der Wurzelspitze
- 3 mm
- Tiefe der retrograden Präparation
- mindestens 3 mm
- Winkel der Resektionsfläche zur Zahnachse
- nahezu 90° (rechtwinklig)
Nach Bildung eines Mucoperiostlappens und Abtragung des Knochens wird die Wurzelspitze um etwa drei Millimeter gekappt. Der Wurzelkanal wird mikroskopisch präpariert und dicht retrograd mit einem biokompatiblen Material wie MTA verschlossen.
- Endodontische Revision
Die orthograde Re-Behandlung stellt primär das schonendere Verfahren dar und sollte vor einer chirurgischen Intervention evaluiert werden.
- Zahnextraktion
Die Extraktion führt zum vollständigen Verlust des Zahnes, während die Wurzelspitzenresektion dem Zahnorganerhalt dient.
- Zu stark abgeschrägter Resektionswinkel führt zu einer vermehrten Exposition von Dentintubuli und erschwert den dichten apikalen Verschluss.
- Durchführung einer WSR bei einer primär parodontalen Läsion ohne adäquate parodontale Vorbehandlung führt zu Therapieversagen.
- Übersehen eines Isthmus zwischen zwei Wurzelkanälen während der retrograden Aufbereitung begünstigt Persistenz von Infektionen.
Drei Millimeter Resektion bringt die periapikale Infektion zur Lektion.
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- TherapieMineral Trioxid Aggregat
MTA wird als biokompatibles Material zum retrograden Verschluss der präparierten Wurzelkanalhöhle nach Resektion eingesetzt.
- VoraussetzungEndodontische Revision
Vor einer indikationsgerechten Wurzelspitzenresektion sollte in der Regel eine orthograde endodontische Re-Behandlung erwogen werden.
- DiagnostikRadikuläre Zyste
Das im Rahmen der Resektion entfernte periapikale Gewebe dient der histopathologischen Differenzierung zwischen Granulom und radikulärer Zyste.
- FolgeMund-Antrum-Verbindung
Bei Wurzelspitzenresektionen im Oberkieferseitenzahnbereich besteht das Risiko einer iatrogenen Eröffnung der Kieferhöhle.
Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.