Pulpanekrose
Synonyme: Pulpentod · Aseptische Pulpanekrose
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
- Eine Pulpanekrose zeichnet sich klinisch durch ein vollständiges Fehlen der Reaktion auf thermische und elektrische Sensibilitätsprüfungen aus.
- Bei einer infizierten Pulpanekrose wird das Kanalsystem primär von obligat anaeroben, Gram-negativen Keimen besiedelt.
- Eine röntgenologisch sichtbare periapikale Aufhellung tritt erst nach Ausbreitung der Infektion in das periapikale Gewebe auf.
- Mehrwurzelige Zähne können eine partielle Pulpanekrose aufweisen, bei der einzelne Wurzelkanäle noch vitale Gewebsreste enthalten.
- Traumatisch bedingte Pulpanekrosen treten häufig an klinisch kariesfreien Zähnen nach Dislokationsverletzungen auf.
- Anteil anaerober Bakterien im infizierten Wurzelkanal
- > 90 %
- Knochendemineralisation für röntgenologische Sichtbarkeit apikaler Läsionen
- 30–50 %
- Mindesteinwirkzeit einer medikamentösen Calciumhydroxid-Einlage
- 7–14 Tage
Die Pulpanekrose verläuft oft beschwerdefrei und wird häufig als Zufallsbefund durch Fehlen einer Reaktion auf den Sensibilitätstest oder ein negatives Röntgenbild diagnostiziert. Zur Schmerzvermeidung und Ausbreitung der Infektion in den Kieferknochen ist eine umgehende orthograde Wurzelkanalbehandlung mit gründlicher Desinfektion und chemomechanischer Aufbereitung indiziert. Bei chronischem Verlauf kann sich an der Wurzelspitze ein Granulom oder eine Radikulärzyste bilden.
- Pulpitis irreversibilis
Bei der Pulpitis irreversibilis reagiert die Pulpa noch positiv und meist überschießend auf den Sensibilitätstest.
- Pulpasklerose
Ein obliterierter Wurzelkanal zeigt trotz vitalen Gewebes häufig eine negative Sensibilität, weist jedoch keine apikale Radioluzenz auf.
- Radikuläre Zyste
Eine radikuläre Zyste ist eine histologisch epithelbegrenzte Hohlraumbildung im periapikalen Knochen als Spätfolge einer Pulpanekrose.
- Fehlinterpretation eines schmerzfreien Zahnes als gesund, obwohl eine asymptomatische Pulpanekrose vorliegt.
- Falsch-positive Sensibilitätsreaktion durch Reizübertragung auf das Parodontium oder benachbarte Zähne.
- Versuch einer vitalerhaltenden Maßnahme wie der Überkappung bei bereits eingetretener Pulpanekrose.
Keine Sensibilität und dunkler Zahn: Die Pulpa ist abgestorben.
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- FolgeApikale Parodontitis
Bakterien und Toxine aus dem nekrotischen Wurzelkanal treten über das Foramen apicale aus und verursachen eine periapikale Entzündung.
- TherapieTrepanation
Die Eröffnung der Pulpakammer ist der erste therapeutische Schritt zur Entlastung und chemomechanischen Aufbereitung des nekrotischen Kanals.
- DiagnostikSensibilitätsprüfung
Das Fehlen einer Reaktion bei der thermischen Sensibilitätsprüfung ist der entscheidende klinische Hinweis auf das Vorliegen einer Pulpanekrose.
- TherapieCalciumhydroxid
Wird als antimikrobielle medikamentöse Zwischeneinlage eingebracht, um Bakterien im infizierten Kanalsystem effektiv zu eliminieren.
Entzündliche und nekrotische Veränderungen der Pulpa und ihre Folgen.