Guttapercha
Synonyme: Gutta-Percha · Guttaperchastift
Guttapercha ist ein getrockneter Pflanzensaft, der als thermoplastisches Standardmaterial zur Wurzelfüllung dient. Das Material zeichnet sich durch hohe Biokompatibilität, Radiopazität und Reversibilität aus. Zur vollständigen Abdichtung muss Guttapercha stets mit einem Sealer kombiniert werden.
- Guttapercha besteht chemisch zu etwa 20 % aus Trans-1,4-Polyisopren und zu ca. 60–70 % aus Zinkoxid als Hauptmassekomponente.
- Guttapercha besitzt keine eigene Adhäsion an der Dentinwand und muss zwingend mit einem Sealer kombiniert werden.
- Das Material unterliegt bei Erwärmung einer Phasenumwandlung von der raumtemperaturstabilen Beta-Phase zur plastischen Alpha-Phase ab ca. 42–49 °C.
- Bei der Abkühlung nach thermoplastischer Erwärmung schrumpft Guttapercha, was durch vertikalen Druck kompensiert werden muss.
- Die hohe Radiopazität von Guttaperchastiften wird primär durch den Zusatz von Röntgenkontrastmitteln wie Bariumsulfat erreicht.
- Zinkoxid-Anteil
- 60–70 %
- Guttapercha-Polymer-Anteil
- ca. 20 %
- Umwandlungstemperatur (Beta- zu Alpha-Phase)
- 42–49 °C
- Kritische Temperaturerhöhung am Parodont
- > 10 °C
Guttapercha kann kalt durch die laterale Kondensation oder warm durch vertikale Techniken eingebracht werden. Der angepasste Masterpoint muss exakt der endometrisch ermittelten Arbeitslänge entsprechen.
- Resilon
Resilon ist ein synthetisches Polymer auf Polycaprolacton-Basis, das im Gegensatz zu Guttapercha einen dentinadhäsiven Monoblock mit einem Resin-Sealer bilden sollte.
- Mineral Trioxid Aggregat
MTA ist ein hydraulischer Zement für Reparaturindikationen und den apikalen Verschluss, während Guttapercha das Standard-Obturationsmaterial für das orthograde Kanalsystem ist.
- Silberstifte
Silberstifte wurden früher als starre Wurzelfüllstifte genutzt, korrodieren jedoch im Gewebekontakt toxisch, weshalb Guttapercha sie vollständig ersetzt hat.
- Verwechslung der Phasen: Die Beta-Phase ist die feste Lieferform, während die fließfähige Alpha-Phase erst durch Erwärmung entsteht.
- Verzicht auf einen Sealer: Die alleinige Anwendung von Guttapercha führt mangels Mikroverankerung rasch zu koronaler und apikaler Mikroleckage.
- Überhitzung des Parodontalgewebes: Exzessives Erwärmen bei der warmvertikalen Technik kann das Parodont thermisch schädigen.
Guttapercha füllt den Kanalraum, aber erst der Sealer sorgt für die dichte Versiegelung.
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- VoraussetzungSealer
Ein Sealer ist zwingend erforderlich, um die Mikrozwickel zwischen Guttapercha und Kanalwand spaltfrei abzudichten.
- TherapieWarmkondensation
Die thermoplastische Warmkondensation nutzt den Übergang der Guttapercha in die plastische Alpha-Phase zur 3D-Obturation.
- VoraussetzungApikaler Stop
Ein präparierter apikaler Stop verhindert das Überpressen von Guttapercha in das periapikale Gewebe.
- FolgeEndodontische Revision
Bei Insuffizienz oder Reinfektion muss die alte Guttaperchafüllung im Rahmen einer Revision mechanisch oder chemisch entfernt werden.
Materialien und Techniken zum dichten Verschluss des Kanalsystems.