Calciumhydroxid
Synonyme: Ca(OH)2 · Calxyl
Calciumhydroxid ist ein stark basisches (pH ~12,5) medikamentöses Intrakanalinlay in der Endodontie. Die antimikrobielle Wirkung beruht auf der Freisetzung von Hydroxylionen, die Zellmembranen und Proteine von Bakterien schädigen.
- Calciumhydroxid wirkt durch die anhaltende Freisetzung von Hydroxylionen stark alkalisch mit einem pH-Wert von ca. 12,5.
- Die alkalische Wirkung führt zur Inaktivierung bakterieller Lipopolysaccharide (Endotoxine) und Denaturierung von Proteinen.
- Für eine zuverlässige antimikrobielle Tiefenwirkung im Dentin ist eine Mindesteinwirkzeit von 7 bis 14 Tagen erforderlich.
- Bei der direkten Überkappung induziert Calciumhydroxid durch eine begrenzte Ätznekrose die Bildung einer Hartgewebsbrücke.
- Vor der definitiven Wurzelfüllung muss die medikamentöse Einlage durch intensives Spülen vollständig entfernt werden.
- pH-Wert
- 12,5
- Empfohlene Mindesteinwirkzeit
- 7 bis 14 Tage
- Maximale Einwirkzeit
- 4 Wochen
Calciumhydroxid wird als wässrige Paste für 1 bis 4 Wochen in den aufbereiteten Wurzelkanal eingebracht. Es löst organisches Gewebe an, inaktiviert bakterielle Endotoxine und fördert die Ausheilung periapikaler Läsionen.
- Mineral Trioxid Aggregat
MTA bietet im Vergleich zu Calciumhydroxid eine höhere mechanische Stabilität, bessere Randschlussdichte und geringere Löslichkeit bei direkter Überkappung.
- Chlorhexidin
Chlorhexidin hat keine gewebelösende oder endotoxininaktivierende Eigenschaft, zeigt jedoch eine höhere Wirksamkeit gegen Enterococcus faecalis.
- Überpressen des Materials über den Apex hinaus kann zu lang anhaltenden Gewebenekrosen und Nervschädigungen führen.
- Im Kanal verbleibende Calciumhydroxid-Rückstände beeinträchtigen die Haftung und Sealqualität des Wurzelfüllmaterials.
- Aufgrund der Pufferkapazität des Dentins ist Calciumhydroxid gegen tief sitzende Biofilme von Enterococcus faecalis oft unzureichend wirksam.
Hoher pH macht Keime platt, Calciumhydroxid die Einlage hat.
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- TherapieApexifikation
Calciumhydroxid wird traditionell verwendet, um bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum einen apikalen Hartgewebsverschluss zu induzieren.
- VoraussetzungNatriumhypochlorit
Natriumhypochlorit dient der Spülung und vollständigen Entfernung der Calciumhydroxid-Einlage vor der Wurzelfüllung.
- TherapieÜberkappung
Calciumhydroxid wird bei der direkten oder indirekten Überkappung zur Stimulation der Tertiärdentinbildung auf die Pulpa aufgetragen.
- AbgrenzungChlorhexidin
Chlorhexidin wird als medikamentöse Einlage oder Spülung vor allem bei Revisionsbehandlungen als Ergänzung eingesetzt.
Spüllösungen, Chelatoren und Aktivierung zur Keimreduktion.