Befestigungszement
Synonyme: Befestigungsmaterial · Befestigungskomposit
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
- Zinkoxid-Phosphat-Zement bindet über eine exotherme Säure-Base-Reaktion ab und muss daher auf einer gekühlten Glasplatte angemischt werden.
- Glasionomerzemente bieten eine chemische Adhäsion an das Dentin durch Chelatbildung mit Kalziumionen und setzen kontinuierlich Fluorid frei.
- Adhäsive Befestigungskomposite erfordern zwingend eine absolute Trockenlegung mittels Kofferdam zur Vermeidung von Speichelkontamination.
- Silikatkeramiken (z. B. Feldspat- oder Leucitkeramik) müssen aufgrund ihrer geringen Eigenfestigkeit stets adhäsiv befestigt werden.
- Polycarboxylatzemente weisen eine hohe Biokompatibilität auf, da die großen Polyacrylsäuremoleküle kaum in die Dentintubuli diffundieren.
- Angestrebte Befestigungsspaltbreite
- 20–50 µm
- Mindest-Stumpfhöhe für konventionelle Zementierung
- 3–4 mm
- Konzentration der Orthophosphorsäure in Phosphatzement-Flüssigkeit
- ca. 50 %
- Maximale Konvergenzwinkel-Empfehlung für konventionelle Retention
- 6–10°
Die Wahl des Zements hängt vom Restaurationsmaterial, der Retentionsform des Präparationsstumpfes und der Feuchtigkeitskontrolle ab. Konventionelle Zemente wie Zinkoxid-Phosphat- oder Glasionomerzemente erfordern eine mechanische Retention und sind feuchtigkeitstoleranter. Adhäsive Befestigungssysteme (Komposit-Zemente) bieten hingegen hohe Haftwerte und Transparenz, erfordern jedoch ein striktes Trockenhalten (Kofferdam) sowie eine spezifische Vorbehandlung der Zahn- und Restaurationsoberfläche.
- Befestigungskomposit
Harzbasierter Werkstoff, der ausschließlich über ein Adhäsivsystem mikromechanisch und chemisch bindet, jedoch keine Säure-Base-Reaktion aufweist.
- Provisorischer Zement
Zinkoxid-Eugenol- oder eugenolfreie Zemente mit geringer Druckfestigkeit, die ein zerstörungsfreies Abnehmen temporärer Restaurationen ermöglichen.
- Kompomer
Polyacid-modifiziertes Komposit, das Eigenschaften von Kompositen und Glasionomerzementen kombiniert, aber primär lichtgehärtet wird.
- Verwechslung der Indikation bei Keramiken: Oxidkeramiken (wie Zirkonoxid) können bei ausreichender Retention konventionell zementiert werden, während Silikatkeramiken zwingend adhäsiv befestigt werden müssen.
- Fehlerhafter Zeitpunkt der Überschussentfernung: Bei konventionellen Zementen müssen Überschüsse im plastischen Zustand entfernt werden, wohingegen sie bei Kompositesystemen nach kurzer Anpolymerisation im gelartigen Zustand abgetragen werden sollten.
Konventionell zementieren bei Retention, adhäsiv kleben bei Defizit.
Medien werden gesucht …
- VoraussetzungKofferdam
Für den Einsatz adhäsiver Befestigungssysteme ist eine absolute Trockenlegung zur Kontaminationsvermeidung zwingend erforderlich.
- VoraussetzungKronenpräparation
Die Form der Präparation und deren Retentionswinkel bestimmen maßgeblich die Auswahl zwischen konventioneller und adhäsiver Zementierung.
- TherapieVollkeramik
Der Typ der verwendeten Vollkeramik diktiert die chemische Vorbehandlung und die Art des Befestigungszements.
- FolgeRandschluss
Eine adäquate Zementauswahl und korrekte Verarbeitung verhindern Spaltbildung und sekundäre Karies am Kronenrand.
Legierungen, Keramiken und Kunststoffe im Zahnersatz.