Keramik
Synonyme: Dentalkeramik · Vollkeramik
Keramik ist ein anorganischer, nichtmetallischer Werkstoff, der in der Zahnmedizin aufgrund seiner exzellenten Biokompatibilität und Ästhetik weit verbreitet ist. Das Material imitiert die optischen Eigenschaften der natürlichen Zahnsubstanz wie Transluzenz und Opaleszenz nahezu perfekt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Silikatkeramiken, Oxidkeramiken und Harz-Matrix-Keramiken.
- Silikatkeramiken müssen zur adäsiven Befestigung mit Flusssäure geätzt und anschließend silanisiert werden.
- Zirkonoxid ist eine Oxidkeramik ohne Glasphase und lässt sich nicht durch Flusssäure-Ätzung für einen adäsiven Verbund vorbereiten.
- Keramische Werkstoffe besitzen eine sehr hohe Druckfestigkeit, weisen jedoch aufgrund ihrer Sprödigkeit eine geringe Zug- und Biegefestigkeit auf.
- Unpolierte oder unglasierte Keramikoberflächen führen zu einem massiven abrasiven Verschleiß der natürlichen Antagonisten.
- Die Phasenumwandlung von tetragonal zu monoklin bei Zirkonoxid bremst Risse durch feldinduzierte Volumenexpansion (Umwandlungsverstärkung).
- Flusssäure-Konzentration (HF) zur Keramikätzung
- 5 %
- Ätzzeit Lithiumdisilikat (5% HF)
- 20 Sekunden
- Ätzzeit Feldspatkeramik (5% HF)
- 60 Sekunden
- Biegefestigkeit Zirkonoxid (3Y-TZP)
- 900–1200 MPa
- Biegefestigkeit Feldspatkeramik
- 60–90 MPa
Die Werkstoffwahl reicht von Silikatkeramiken (Feldspat, Lithiumdisilikat) für Inlays und Veneers bis zu Hochleistungskeramiken (Zirkonoxid) für mehrgliedrige Brücken und Implantataufbauten. Die Befestigung erfolgt je nach Material adäsiv (mit Flusssäure-Ätzung und Silonisierung) oder konventionell zementiert. Zu beachten sind das sprödharte Bruchverhalten sowie der abrasive Effekt unpolierter Keramiken auf die natürlichen Antagonisten.
- Composit
Composit besteht aus einer organischen Polymer matrix mit anorganischen Füllstoffen und weist eine höhere Elastizität, aber geringere Abrasionsstabilität als Keramik auf.
- Glasionomerzement
Glasionomerzemente zeigen eine chemische Eigenhaftung an Zahnhartsubstanz und Fluoridfreisetzung, besitzen aber deutlich schlechtere mechanische und optische Eigenschaften als Keramiken.
- Verwechslung von Silikat- und Oxidkeramiken beim Befestigungsprotokoll (Flusssäure-Ätzung wirkt nicht bei Zirkonoxid).
- Zu langes Ätzen von Lithiumdisilikatkeramik mit Flusssäure schwächt das Werkstoffgefüge irreversibel.
- Annahme, dass Zirkonoxid zwingend adäsiv befestigt werden muss, obwohl konventionelles Zementieren bei ausreichender Retentionsform möglich ist.
Hart, schön und hell – Keramik bricht spröde, strahlt aber schnell.
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- VoraussetzungSäure-Ätz-Technik
Die Säure-Ätz-Technik an der Zahnhartsubstanz ist Voraussetzung für die dauerhafte adäsive Verankerung von Silikatkeramiken.
- VerwandtCAD/CAM
Moderne Keramikrestaurationen werden großteils über CAD/CAM-Verfahren aus industriell gefertigten Keramikrohlingen gefräst.
- VoraussetzungPräparationsgrenze
Eine ausgeprägte Hohlkehle oder Stufe als Präparationsgrenze ist Voraussetzung, um Spannungsspitzen und Keramikfrakturen zu vermeiden.
- TherapieBefestigungszement
Keramikrestaurationen werden je nach Indikation und Werkstofftyp mit konventionellen oder adhäsiven Befestigungszementen eingegliedert.
- VerwandtVollkeramik
Vollkeramik bezeichnet zahntechnische Versorgungen, die vollständig aus keramischen Massen ohne Metallgerüst hergestellt werden.
Legierungen, Keramiken und Kunststoffe im Zahnersatz.