Osteotomie
Synonyme: Chirurgische Zahnentfernung · Surgical Extraction
Die Osteotomie bezeichnet die gezielte Abtragung von Knochengewebe zur Freilegung und Entfernung von verlagerten, retinierten oder tief frakturierten Zähnen. Sie stellt eine fundamentale operative Technik der abtragenden Oralchirurgie dar.
- Eine kontinuierliche Kühlung mit steriler isotoner Kochsalzlösung bei der Knochenabtragung ist essenziell zur Vermeidung thermischer Osteonekrosen.
- Die Indikation zur Osteotomie besteht bei retinierten oder verlagerten Zähnen sowie bei tief frakturierten Wurzelresten.
- Zur Vermeidung von Nervschädigungen des Nervus alveolaris inferior und Nervus lingualis muss die Knochenabtragung unter ständiger Sicht erfolgen.
- Vor dem Wundverschluss ist eine gründliche Wundrevision zur Entfernung von Knochenspänen und Follikelresten zwingend erforderlich.
- Der primäre Wundverschluss über einer Osteotomiewunde muss spannungsfrei erfolgen, um ein Dehiszenzrisiko zu minimieren.
- Kritische Temperatur für thermische Knochennekrose
- 47 °C
- Empfohlene Postoperative Fadenentfernung
- 7–10 Tage
Nach Abpräparieren eines Mucoperiostlappens wird der abdeckende Knochen unter ständiger Kühlung abgetragen und der Zahn gegebenenfalls zertrennt. Postoperativ erfolgt der schichtweise, adaptierende Wundverschluss mittels Naht.
- Chirurgische Extraktion
Bei der chirurgischen Extraktion wird zwar Schleimhaut abgehoben, jedoch im Gegensatz zur Osteotomie kein abdeckender Knochen mit rotierenden Instrumenten entfernt.
- Wurzelspitzenresektion
Die Wurzelspitzenresektion dient dem Zahnerhalt durch Kappen der Wurzelspitze, während die Osteotomie die vollständige Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrests zum Ziel hat.
- Verwechslung einer Osteotomie mit einer einfachen chirurgischen Extraktion, bei der primär kein Abtragen von Knochensubstanz mit rotierenden Instrumenten erfolgt.
- Ungenügende intraoperative Kühlung führt zu irreversiblen Osteonekrosen und Sequestrierungen.
- Unvollständige Darstellung des Eingriffsgebiets durch einen zu klein bemessenen Mucoperiostlappen, was das Trauma am Weichgewebe erhöht.
Lappen bilden, Knochen weg, der Zahn verlässt sein Versteck.
Medien werden gesucht …
- VoraussetzungPlastische Chirurgie
Die Präparation eines Mucoperiostlappens ist die anatomische Zugangsvoraussetzung zur Knochenabtragung bei einer Osteotomie.
- DiagnostikNervus alveolaris inferior
Die räumliche Lagebeziehung dieses Nervs zur Osteotomieregion muss präoperativ radiologisch exakt evaluiert werden.
- FolgeAlveolitis sicca
Die Alveolitis sicca stellt eine häufige postoperative Wundheilungsstörung nach Osteotomien im Unterkiefer dar.
- AbgrenzungWurzelspitzenresektion
Beide Verfahren nutzen rotierende Knochenabtragung, unterscheiden sich jedoch grundlegend in der Zielsetzung des Zahnerhalts.
Zangen- und Hebeltechnik, operative Zahnentfernung.