ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Antibiotika und Antiinfektiva

Amoxicillin

Synonyme: Amoxi

Definition

Amoxicillin ist ein aminopenicillinbasiertes Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Bakterienwandsynthese bakterizid wirkt. Es weist eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit auf und erfasst ein breites Spektrum grampositiver sowie mancher gramnegativer Erreger der Mundhöhle. Es stellt das First-Line-Antibiotikum bei schweren odontogenen Infektionen dar.

Prüfungsfokus
  • Amoxicillin hemmt bakterizid die Bakterienwandsynthese durch Blockade der Penicillin-Bindeproteine (Transpeptidasen).
  • Es ist das Mittel der ersten Wahl bei schweren odontogenen Infektionen mit Systemzeichen oder Ausbreitungstendenz.
  • Die Kombination mit Clavulansäure schützt den Wirkstoff vor der Inaktivierung durch Beta-Laktamasen.
  • Amoxicillin besitzt eine sehr hohe orale Bioverfügbarkeit von etwa 90 Prozent, die weitgehend unabhängig von der Nahrungsaufnahme ist.
  • Bei bekannter Typ-I-Penicillinallergie (Anaphylaxie) ist der Einsatz von Amoxicillin streng kontraindiziert.
Zahlen & Werte
Standarddosierung oral (Erwachsene)
750 - 1000 mg alle 8 Stunden
Einzeldosis Endokarditisprophylaxe (Erwachsene)
2 g oral (30-60 min vor Eingriff)
Orale Bioverfügbarkeit
ca. 90 %
Standard-Behandlungsdauer
5 - 7 Tage
Klinische Relevanz

Die Standarddosierung bei Erwachsenen beträgt 750 bis 1000 mg alle 8 Stunden oral über 5 bis 7 Tage. Bei nachgewiesener Penicillinallergie ist der Einsatz von Amoxicillin absolut kontraindiziert.

Abgrenzung
  • Amoxicillin mit Clavulansäure

    Enthält zusätzlich einen Beta-Laktamase-Inhibitor gegen resistente Keime, weist jedoch ein höheres Risiko für hepatische Nebenwirkungen auf.

  • Clindamycin

    Ein Lincosamid-Antibiotikum mit hoher Knochenund Gewebegängigkeit, das als wichtigste Alternative bei Penicillinallergie eingesetzt wird.

  • Metronidazol

    Erfasst ausschließlich obligat anaerobe Bakterien und wird bei schweren Infektionen häufig mit Amoxicillin kombiniert.

Typische Fallstricke
  • Gabe bei infektiöser Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), da dies fast immer ein juckendes arzneimittelinduziertes Exanthem auslöst.
  • Verordnung bei rein lokalisierten Infektionen ohne Ausbreitung oder Systemzeichen anstelle einer chirurgischen Intervention.
  • Kombination mit bakteriostatisch wirkenden Antibiotika wie Tetracyclinen, was die bakterizide Wirkung von Amoxicillin herabsetzen kann.
Merksatz

Amoxicillin ist Mittel der Wahl bei odontogener Infektionsqual.

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Zusammenhänge
Teil von: Antibiotika und Antiinfektiva

Indikationen, Wirkspektren und Prophylaxe.