Bleeding on Probing
Synonyme: BOP · Blutung auf Sondieren · Sondierungsblutung
Bleeding on Probing bezeichnet das Auftreten einer kapillären Blutung aus dem Sulcus beziehungsweise der Tasche nach vorsichtigem Sondieren mit normierter Kraft (ca. 0,25 N). Es gilt als primärer klinischer Indikator für eine histologisch nachweisbare Gewebeentzündung des parodontalen Gewebes. Ein negativer BOP hat einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für die parodontale Stabilität.
- Die standardisierte Sondierungskraft beträgt ca. 0,25 N (entspricht etwa 25 g), um mecano-traumatisch bedingtes Bluten zu vermeiden.
- Ein negativer BOP besitzt einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert (über 90 %) für die Stabilität des parodontalen Attachments.
- Tabakkonsum führt durch Vasokonstriktion zu einer reduzierten Gewebeblutung und maskiert somit die klinischen Entzündungszeichen (falsch-negativer BOP).
- Nach der aktuellen Klassifikation (2018) gilt ein BOP von unter 10 % an allen Messstellen als Kriterium für klinische parodontale Gesundheit.
- BOP wird im Rahmen der Befunderhebung standardmäßig an sechs Stellen pro Zahn dokumentiert.
- Standardisierte Sondierungskraft
- 0,25 N
- Schwellenwert für parodontale Gesundheit
- < 10 %
- Messstellen pro Zahn
- 6
- Negativer prädiktiver Wert für Attachmentstabilität
- > 95 %
Der BOP-Prozentsatz wird im Rahmen des Parodontalstatus an sechs Messstellen pro Zahn ermittelt. Ein Gesamtwert unter 10 % signalisiert eine gute parodontale Gesundheit beziehungsweise Stabilität.
- Suppuration
Suppuration (Eiterung auf Sondierung) zeigt eine fortgeschrittene neutrophile Aktivität in tiefen Taschen an und ist ein noch spezifischerer Indikator für aktiven Knochenabbau als BOP.
- Gingival Index
Der Gingival-Index nach Loe & Silness beurteilt die visuelle Entzündungsintensität und Blutung auf Reiz stufenweise, während der BOP als binärer Parameter (Blutung ja/nein) erfasst wird.
- Zu hohe Sondierungskräfte (> 0,25 N) führen zu Gewebeläsionen am Taschenboden und erzeugen iatrogen falsch-positive BOP-Befunde.
- Fehlinterpretation eines negativen BOP bei Rauchern als Parodontalgesundheit trotz bestehender hoher Entzündungsaktivität im Gewebe.
BOP misst die Entzündungsaktivität – kein Blut bedeutet parodontale Stabilität.
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- DiagnostikGingivitis
Ein BOP von ≥ 10 % ist das zentrale Kriterium zur Abgrenzung einer Gingivitis von parodontaler Gesundheit.
- DiagnostikSondierungstiefe
BOP wird simultan während der Messung der Sondierungstiefe erhoben und lokalisiert entzündliche Taschenbereiche.
- DiagnostikParodontitis
Bei bestehender Parodontitis dient ein persistierend positiver BOP als Risikoindikator für Progression und Attachmentverlust.
- TherapieUnterstützende Parodontaltherapie
Der prozentuale BOP-Gesamtwert steuert in der UPT das individuelle Reinterventions- und Recall-Intervall.
Befunderhebung, Indizes und Stadien-/Gradeinteilung.