ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Antiseptika und Lokaltherapeutika

Mundspüllösungen

Synonyme: Mundspülung · Oralprophylaktika

Definition

Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.

Prüfungsfokus
  • Chlorhexidin (CHX) bindet kationisch an Mundschleimhaut sowie Zahnhartsubstanz und besitzt eine hohe Substantivität mit einer Wirkdauer von bis zu 12 Stunden.
  • Anionische Tenside in Zahnpasten wie Natriumlaurylsulfat inaktivieren Chlorhexidin, weshalb mindestens 30 Minuten Abstand zwischen Zähneputzen und CHX-Spülung eingehalten werden müssen.
  • Wasserstoffperoxid-haltige Mundspüllösungen (1 bis 1,5 %) werden primär bei akuten ulcerierenden gingivalen und parodontalen Erkrankungen zur Reduktion anaerober Keime eingesetzt.
  • Tägliche fluoridhaltige Mundspüllösungen (z. B. 250 ppm Fluorid) fördern die Remineralisation der Zahnhartsubstanz und sind eine wirksame Maβnahme zur Kariesprophylaxe.
  • Ätherische Öle und Cetylpyridiniumchlorid (CPC) reduzieren Plaque sowie Gingivitis in der täglichen Langzeitanwendung ohne relevante Zahnverfärbungen.
Zahlen & Werte
Goldstandard-Konzentration Chlorhexidindigluconat (kurzzeitig)
0,2 %
Substantivität/Depotwirkung von Chlorhexidin
8–12 Stunden
Empfohlene maximale Anwendungsdauer von CHX 0,2 %
14–21 Tage
Fluoridkonzentration täglicher Mundspüllösungen
250 ppm (0,05 % NaF)
Klinische Relevanz

Chlorhexidin (CHX) 0,2 % gilt als Goldstandard zur vorübergehenden Plaquehemmung, z. B. postoperativ nach parodontalchirurgischen Eingriffen oder bei eingeschränkter Mundhygiene. Die Anwendung sollte wegen möglicher Nebenwirkungen wie Zahnverfärbungen und Geschmacksstörungen meist auf 2–3 Wochen begrenzt sein. Ätherische Öle oder Cetylpyridiniumchlorid eignen sich zur täglichen Langzeitanwendung.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Anwendung von Chlorhexidin direkt nach dem Zähneputzen mit natriumlaurylsulfathaltiger Zahnpasta führt zum Wirkungsverlust durch chemische Ausfällung.
  • Mundspüllösungen ersetzen keinesfalls die mechanische Biofilmentfernung durch Zahnbürste und Interdentalraumpflege, sondern wirken lediglich adjuvant.
  • Langzeitanwendung hochkonzentrierter CHX-Lösungen (> 3 Wochen) führt zu irreversiblen Missverständnissen bezüglich Gewebeschäden, verursacht jedoch meist reversible Geschmacksinhibition und Verfärbungen.
Merksatz

CHX spült die Keime weg, verfärbt die Zähne nach dem Zweck.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Antiseptika und Lokaltherapeutika

Chlorhexidin, Fluoride und lokale Wirkstoffträger.