ZahnLexikon
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Parodontologie
geprüft
Unterstützende Parodontaltherapie

Unterstützende Parodontaltherapie

Synonyme: UPT · Parodontale Erhaltungstherapie · Recall

Definition

Die Unterstützende Parodontaltherapie ist eine strukturierte, lebenslange Nachsorgephase (Therapiephase IV) zur Re-Etablierung und Aufrechterhaltung der parodontalen Gesundheit nach aktiver Behandlung. Sie umfasst Risikoevaluation, Re-Motivation, Re-Instruktion, professionelle Zahnreinigung und gezielte Nachinstrumentierung verbliebener Taschen. Das Behandlungsintervall richtet sich nach dem individuellen Parodontitis-Progressionsrisiko.

Prüfungsfokus
  • Die UPT ist Phase IV des parodontalen Behandlungskonzepts und stellt eine lebenslange Nachsorgephase dar.
  • Das UPT-Intervall von drei bis zwölf Monaten wird basierend auf dem individuellen Risikoprofil bestimmt.
  • Residualtaschen mit einer Sondierungstiefe von mindestens 4 mm und positivem BOP sowie alle Taschen ab 5 mm werden gezielt nachinstrumentiert.
  • Seit der GKV-PAR-Richtlinie von 2021 ist die UPT über einen Zeitraum von zwei Jahren Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen.
  • Eine nachlassende Patienten-Compliance ist die Hauptursache für ein parodontales Rezidiv.
Zahlen & Werte
Standard-Recall-Intervall
3 - 6 Monate
GKV-Regelbehandlungsdauer
2 Jahre (verlängerbar um 1 Jahr)
Sondierungstiefe für Re-Nachinstrumentierung
≥ 4 mm mit BOP oder ≥ 5 mm
Zielwert für Bleeding on Probing (BOP)
< 10 %
Klinische Relevanz

Ohne adäquate UPT erleidet die Mehrheit versorgter Parodontitispatienten innerhalb weniger Jahre Rezidive. Regelmäßige UPT-Frequenzen von zwei- bis viermal jährlich sind die Kernvoraussetzung für langfristigen Zahnerhalt.

Abgrenzung
  • Professionelle Zahnreinigung

    Die PZR dient der supragingivalen Biofilmentfernung bei parodontal Gesunden, während die UPT eine strukturierte Nachsorge nach Parodontitistherapie mit subgingivaler Intervention ist.

  • Subgingivale Instrumentierung

    Die initiale antiinfektiöse Therapie reinigt systematisch alle vertieften Taschen, wohingegen in der UPT nur verbliebene Residualtaschen gezielt re-instrumentiert werden.

Typische Fallstricke
  • Verwechselung von UPT mit einer regulären Professionellen Zahnreinigung (PZR), da die UPT immer auch die Re-Evaluation und subgingivale Nachinstrumentierung umfasst.
  • Schall- oder Handinstrumentierung an gesunden Stellen mit Sondierungstiefen unter 4 mm ohne BOP, was zu iatrogenem Attachmentverlust führt.
  • Annahme, dass die UPT nach zwei Jahren abgeschlossen ist, obwohl Parodontitis eine chronische Erkrankung mit lebenslangem Nachsorgebedarf bleibt.
Merksatz

Ohne lebenslange UPT ist der langfristige Parodontalerfolg gefährdet.

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