Dysphagie und Aspirationspneumonie
Synonyme: Schluckstörung · Aspiration · Presbyphagie
Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs, die im Alter durch nachlassende Muskelkraft, Koordinationsstörungen und neurologische Erkrankungen begünstigt wird. Gelangt Material in die Atemwege, kann sich eine Aspirationspneumonie entwickeln. Deren Erregerspektrum stammt zu einem erheblichen Teil aus dem oralen Biofilm, womit die Mundhygiene unmittelbar pneumonieprophylaktisch wirkt.
- Die Erreger der Aspirationspneumonie stammen überwiegend aus dem oralen Biofilm.
- Strukturierte Mundhygiene senkt in Pflegeeinrichtungen nachweislich die Pneumonierate.
- Typische Warnzeichen sind Husten beim Essen, feuchte Stimme und rezidivierende Atemwegsinfekte.
- Stille Aspiration verläuft ohne Husten und wird deshalb häufig übersehen.
- Prävalenz bei Pflegeheimbewohnern
- je nach Kollektiv ca. 30–60 %
- Empfohlene Behandlungsposition
- aufrecht bis halbsitzend
- Wichtigste zahnärztliche Maßnahme
- tägliche strukturierte Mundhygiene
Warnzeichen sind Husten während oder nach dem Essen, feuchte Stimme, verlängerte Essdauer und wiederholte Atemwegsinfekte. Für die Zahnmedizin folgt daraus: konsequente Mundhygiene bei Pflegebedürftigen, Vorsicht mit Kleinteilen und Spülflüssigkeit bei liegender Behandlung sowie enge Abstimmung mit Logopädie und Pflege.
- Xerostomie
Erschwert das Schlucken zusätzlich, ist aber selbst keine Schluckstörung.
- Kaufunktion und Ernährung im Alter
Betrifft die Zerkleinerung der Nahrung, nicht den Transport in die Speiseröhre.
- Behandlung in flacher Rückenlage bei bekannter Dysphagie ohne besondere Absaugvorkehrungen.
- Übersehen der stillen Aspiration, weil kein Husten auftritt.
- Verwendung großer Mengen Spülflüssigkeit ohne sichere Absaugung.
Mundhygiene ist bei Pflegebedürftigen Pneumonieprophylaxe – die Erreger kommen aus dem Mund.
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Diabetes, Antiresorptiva, Parkinson und Schluckstörungen.