Morbus Parkinson in der Zahnmedizin
Synonyme: Parkinson-Syndrom · Schüttellähmung
Der Morbus Parkinson führt über Rigor, Tremor und Bradykinese zu erheblichen Einschränkungen der Mundhygienefähigkeit. Hinzu kommen Schluckstörungen, eine verminderte automatische Speichelclearance mit Sialorrhoe sowie eine oft ausgeprägte Xerostomie durch die anticholinerge Begleitmedikation. Die Kombination erhöht das Karies- und Parodontitisrisiko deutlich.
- Termine sollten in die On-Phase der Medikamentenwirkung gelegt werden, meist etwa eine Stunde nach Einnahme.
- Sialorrhoe entsteht nicht durch Mehrproduktion, sondern durch verminderte automatische Schluckfrequenz.
- Anticholinerge Begleitmedikation verstärkt die Xerostomie.
- Hilfsmittel mit verdicktem Griff und elektrische Bürsten kompensieren die eingeschränkte Motorik am besten.
- Günstiges Zeitfenster nach Levodopa-Einnahme
- ca. 45–90 Minuten
- Empfohlene Behandlungsdauer je Sitzung
- kurz, ca. 20–30 Minuten
- Empfohlene Behandlungsposition
- aufrecht bis halbsitzend
Termine werden am besten in die Phase guter Medikamentenwirkung gelegt, meist rund eine Stunde nach der Levodopa-Einnahme. Elektrische Zahnbürsten mit verdicktem Griff, Interdentalbürsten mit Halter und die Anleitung von Angehörigen sind praktisch wirksamer als jede Empfehlung zur besseren Technik. Kurze Behandlungseinheiten in aufrechter Position sind vorzuziehen.
- Demenz und zahnmedizinische Betreuung
Steht das kognitive Defizit im Vordergrund, nicht die motorische Störung.
- Xerostomie
Begleitbefund durch Medikation, nicht die Grunderkrankung selbst.
- Behandlung in der Off-Phase mit unnötig erschwerten Bedingungen für beide Seiten.
- Deutung der Sialorrhoe als Speichelüberschuss mit unnötiger anticholinerger Therapie.
- Flache Lagerung mit erhöhtem Aspirationsrisiko.
Den Termin nach der Tablette legen – in der On-Phase ist Behandlung überhaupt erst möglich.
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Diabetes, Antiresorptiva, Parkinson und Schluckstörungen.