Kaufunktion und Ernährung im Alter
Synonyme: Mastikatorische Effizienz · Ernährungszustand und Gebiss
Die Kaufunktion hängt wesentlich von der Anzahl und Verteilung okkludierender Zahnpaare ab. Ein reduziertes Restgebiss verringert die Zerkleinerungsleistung und verändert die Nahrungsauswahl hin zu weicheren, oft weniger nährstoffreichen Speisen. Dies kann zu Mangelernährung und Gewichtsverlust beitragen.
- Maßgeblich für die Kauleistung sind okkludierende Zahnpaare, nicht die Gesamtzahl der Zähne.
- Das Konzept der verkürzten Zahnreihe akzeptiert eine bis zu den Prämolaren reichende Okklusion.
- Eingeschränkte Kaufunktion verschiebt die Nahrungsauswahl zu weichen, häufig kohlenhydratreichen Speisen.
- Mangelernährung im Alter ist mit schlechterer Wundheilung und erhöhter Infektanfälligkeit assoziiert.
- Verkürzte Zahnreihe
- Okklusion bis einschließlich Prämolarenbereich
- Funktionelles Maß
- Anzahl okkludierender Zahnpaare
Das Konzept der verkürzten Zahnreihe geht davon aus, dass Prämolarenokklusion für ausreichende Funktion genügen kann. Bei unklarem Gewichtsverlust älterer Patienten sollte die Kaufunktion aktiv überprüft werden.
- Dysphagie
Schluckstörung mit anderer Ursache und eigenständigem Aspirationsrisiko.
- Appetitverlust
Reduzierte Nahrungsaufnahme ohne mechanische Kaueinschränkung.
- Bewertung der Versorgungsqualität allein nach Zahnzahl ohne Prüfung der Okklusionskontakte.
- Übersehen der Kaufunktion als Mitursache bei ungeklärtem Gewichtsverlust.
- Neuer Zahnersatz ohne begleitende Ernährungsberatung und Eingewöhnungshilfe.
Nicht die Zahl der Zähne zählt, sondern die Zahl der okkludierenden Paare.
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Betreuungskonzepte, Multimorbidität und Polypharmazie.