Diabetes mellitus und Mundgesundheit
Synonyme: Diabetes mellitus · Zuckerkrankheit
Diabetes mellitus und Parodontitis stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlechtert die parodontale Situation über gestörte Immunabwehr, veränderte Kollagenbildung und die Wirkung fortgeschrittener Glykierungsendprodukte. Umgekehrt erschwert eine unbehandelte Parodontitis durch ihre systemische Entzündungslast die Blutzuckereinstellung.
- Die Beziehung zwischen Diabetes und Parodontitis ist bidirektional.
- Der HbA1c bildet die durchschnittliche Blutzuckerlage der letzten etwa 2–3 Monate ab.
- Erfolgreiche Parodontitistherapie kann den HbA1c um etwa 0,3–0,4 Prozentpunkte senken.
- Häufige orale Begleitbefunde sind Xerostomie, Candidosen und verzögerte Wundheilung.
- HbA1c-Zielbereich bei vielen Betroffenen
- ca. 6,5–7,5 %
- Diagnoseschwelle HbA1c
- ≥ 6,5 %
- Mögliche HbA1c-Senkung durch PA-Therapie
- ca. 0,3–0,4 Prozentpunkte
Der HbA1c-Wert bildet die Stoffwechsellage der letzten zwei bis drei Monate ab und ist der praktisch wichtigste Orientierungswert vor Eingriffen. Weitere orale Befunde sind Xerostomie, Candidainfektionen, verzögerte Wundheilung und ein erhöhtes Kariesrisiko. Eine erfolgreiche Parodontitistherapie kann den HbA1c messbar senken.
- Parodontitis-Assoziation
Übergeordnetes Thema der Zusammenhänge mit Allgemeinerkrankungen.
- Polypharmazie
Betrifft Wechselwirkungen der Medikation, nicht die Stoffwechselerkrankung selbst.
- Elektive Eingriffe bei deutlich entgleister Stoffwechsellage ohne Rücksprache mit der behandelnden Praxis.
- Terminvergabe ohne Rücksicht auf Mahlzeiten und Insulingabe mit Hypoglykämiegefahr.
- Zuschreibung der Parodontitis allein an mangelnde Mundhygiene ohne Blick auf die Grunderkrankung.
Parodontitis und Diabetes verschlimmern sich gegenseitig – die Therapie der einen hilft der anderen.
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Diabetes, Antiresorptiva, Parkinson und Schluckstörungen.