Osteoporose und antiresorptive Therapie
Synonyme: Antiresorptiva · Bisphosphonattherapie · Knochenschwund
Osteoporose wird im Alter häufig mit antiresorptiven Substanzen behandelt, vor allem Bisphosphonaten und dem RANKL-Antikörper Denosumab. Beide hemmen die Osteoklastenaktivität und damit den Knochenumbau. Für die Zahnmedizin ist das relevant, weil der Kieferknochen bei chirurgischen Eingriffen dann verzögert oder unzureichend heilt und eine Kiefernekrose entstehen kann.
- Bisphosphonate lagern sich in den Knochen ein und wirken über Jahre nach; Denosumab wirkt nur solange es gegeben wird.
- Das MRONJ-Risiko ist bei onkologischer Hochdosistherapie deutlich höher als bei Osteoporosedosierung.
- Die wirksamste Prophylaxe ist die zahnärztliche Sanierung vor Therapiebeginn.
- Nach Absetzen von Denosumab kommt es zu einem Rebound-Effekt mit beschleunigtem Knochenabbau.
- Halbwertszeit von Bisphosphonaten im Knochen
- Jahre bis über ein Jahrzehnt
- MRONJ-Risiko bei Osteoporosetherapie
- deutlich unter 1 %
- MRONJ-Risiko bei onkologischer Hochdosistherapie
- je nach Kollektiv im niedrigen Prozentbereich
Vor Therapiebeginn sollte eine zahnärztliche Sanierung erfolgen – das ist die wirksamste Prophylaxe. Während laufender Therapie werden Eingriffe möglichst atraumatisch, mit primärem Wundverschluss und unter engmaschiger Kontrolle durchgeführt. Das Risiko ist bei onkologischer Hochdosistherapie um ein Vielfaches höher als bei der niedriger dosierten Osteoporosetherapie.
- Osteonekrose des Kiefers (MRONJ)
Das Krankheitsbild selbst; hier geht es um die zugrunde liegende Medikation und ihre Planung.
- Osteomalazie
Mineralisationsstörung durch Vitamin-D-Mangel, keine Verminderung der Knochenmasse.
- Annahme, ein Absetzen der Bisphosphonate mache den Eingriff sofort sicher – die Substanz bleibt im Knochen gebunden.
- Extraktion ohne primären Wundverschluss und ohne Nachkontrolle.
- Übersehen der Medikamentenanamnese, weil Antiresorptiva nur halbjährlich oder jährlich verabreicht werden.
Sanieren, bevor die Therapie beginnt – danach heilt der Kiefer nicht mehr zuverlässig.
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Diabetes, Antiresorptiva, Parkinson und Schluckstörungen.