Elektrische Pulpenprüfung
Synonyme: EPP · Elektro-Vitalitätsprüfung · Digitale Pulpenprüfung
Die elektrische Pulpenprüfung (EPP) ist ein diagnostisches Verfahren zur Bestimmung der sensiblen Innervation der Pulpa mittels elektrischer Reizung. Sie stimuliert primär die A-Delta-Fasern an der Pulpa-Dentin-Grenze und erzeugt bei vitalem Gewebe eine Sensationsschwelle. Ein positives Signal zeigt eine Reaktion der Nervenfasern, erlaubt jedoch keine direkte Aussage über die koruskuläre Durchblutung.
- Die elektrische Pulpenprüfung prüft ausschließlich die sensible Innervation über A-Delta-Fasern und lässt keinen direkten Rückschluss auf die pulpale Vaskularisation zu.
- Falsch-positive Befunde entstehen meist durch fehlende Trockenlegung mit Kriechströmen zur Gingiva oder direkten Kontakt zu metallischen Restaurationen.
- Bei Zähnen mit unvollständigem Wurzelwachstum ist die EPP häufig falsch-negativ, da der Plexus von Raschkow noch nicht vollständig ausgebildet ist.
- Nach akutem Zahnunfall kann die EPP aufgrund einer transienten Nervparalyse temporär negativ sein, weshalb Reevaluierungen im Verlauf essenziell sind.
- Moderne EPP-Geräte gelten nach aktueller Studienlage auch bei Patienten mit Herzschrittmachern als sicher.
- Spezifität der EPP zur Diagnostik der Pulpanekrose
- ca. 93-96 %
- Sensitivität der EPP zur Diagnostik der Pulpanekrose
- ca. 72-80 %
Der Zahn wird isoliert, getrocknet und ein Kontaktgel auf die Elektrode aufgetragen. Die Elektrode wird auf Schmelzareale ohne Füllungen platziert und die Stromstärke langsam gesteigert, bis der Patient eine Sensifikation spürt. Ein negatives Ergebnis deutet auf eine Pulpennekrose hin, schließt jedoch eine partiellevitale Pulpa nicht völlig aus.
- Kälteprobe
Die Kälteprobe nutzt thermische Reize zur Reizung der A-Delta-Fasern und besitzt eine höhere Sensitivität als die elektrische Pulpenprüfung.
- Laser-Doppler-Flussmessung
Die Laser-Doppler-Flussmessung erfasst im Gegensatz zur EPP die tatsächliche pulpale Durchblutung und ist damit ein echter Vitalitätstest.
- Ableitung des Stroms über Speichel oder Metallkronen führt zu falsch-positiven Reaktionen durch Stimulation parodontaler Gewebe.
- Übereilte Trepanation bei traumatisierten oder unreifen Zähnen aufgrund eines negativen EPP-Ergebnisses ohne Absicherung durch Kontrollbefunde.
- Gleichsetzung von Sensibilität und Vitalität, obwohl ein nervlich sensibler Zahn klinisch avaskulär sein kann.
Strom reizt die A-Delta-Faser schnell, Sensibilität zeigt vitalen Hell.
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- DiagnostikSensibilitätsprüfung
Die elektrische Pulpenprüfung stellt ein apparatives Standardverfahren innerhalb der endodontischen Sensibilitätsprüfung dar.
- DiagnostikPulpanekrose
Fehlt eine Reaktion auf die EPP bei ausgereifter Wurzelspitze, stützt dies die Diagnose einer Pulpanekrose.
- VoraussetzungKofferdam
Eine adäquate Isolierung des Zahnes durch Kofferdam verhindert Fehllenkungen des elektrischen Stroms auf die Gingiva.
- AbgrenzungSensibilitätsprüfung
Die EPP wird vor allem als Ergänzungstest eingesetzt, wenn die thermische Kälteprobe uneindeutige Ergebnisse liefert.
Befunderhebung, Sensibilitäts- und Längenmessung vor der Behandlung.