ZahnLexikon
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Endodontie
geprüft
Endodontische Diagnostik

Apikale Parodontitis

Synonyme: Periodontitis apicalis · Periapikale Läsion

Definition

Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.

Prüfungsfokus
  • Eine apikale Parodontitis setzt in der Regel eine Pulpanekrose oder ein infiziertes Wurzelkanalsystem voraus.
  • Im Röntgenbild zeigt sich die chronische apikale Parodontitis typischerweise als periapikale Aufhellung.
  • Bei akuter apikaler Parodontitis steht der Perkussionsschmerz und das Gefühl eines zu langen Zahnes im Vordergrund.
  • Röntgenologisch lässt sich histopathologisch nicht zuverlässig zwischen einem apikalen Granulom und einer radikulären Zyste unterscheiden.
  • Die kausale Erstlinientherapie der apikalen Parodontitis ist die chemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung.
Zahlen & Werte
Mindestbeobachtungszeit zur röntgenologischen Ausheilungskontrolle
1-4 Jahre
Erfolgsrate der primären Endodontie bei präexistenter apikaler Parodontitis
75-85%
Klinische Relevanz

Die Therapie erfordert die chemo-mechanische Aufbereitung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems. Bei Persistenz trotz adäquater Wurzelfüllung ist eine endodontische Revision oder Wurzelspitzenresektion indiziert.

Abgrenzung
  • Radikuläre Zyste

    Ist durch ein histopathologisches epitheliales Lumen definiert, kann aber radiologisch nicht sicher von einem apikalen Granulom unterschieden werden.

  • Periapikale zementossäre Dysplasie

    Stellt eine nicht-odontogene Knochenfehlbildung an vitalen Zähnen dar, die im Frühstadium als radioluzente Veränderung fehldiagnostiziert werden kann.

  • Parodontitis

    Zeigt primär marginalen Knochenabbau bei meist positiver Sensibilitätsprüfung, wohingegen die apikale Parodontitis vom Endodont ausgeht.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung einer pulpal bedingten apikalen Parodontitis mit einer rein parodontalen Läsion mangels vorheriger Sensibilitätsprüfung.
  • Fehlinterpretation anatomischer Strukturen wie dem Foramen mentale als periapikale Osteolyse.
  • Annahme eines Therapieversagens bei unmittelbar postoperativ noch unveränderter periapikaler Radioluzenz, da die knöcherne Regeneration Monate bis Jahre benötigt.
Merksatz

Die apikale Parodontitis ist die Abwehrreaktion des Desmodonts auf bakterielle Kanalinfektionen.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Endodontische Diagnostik

Befunderhebung, Sensibilitäts- und Längenmessung vor der Behandlung.