Dentalfluorose
Synonyme: Fluorose · Schmelzfluorose
Die Dentalfluorose ist eine Mineralisationsstörung des Schmelzes durch überhöhte systemische Fluoridzufuhr während der Zahnbildung. Sie entsteht nur in der Bildungsphase, nicht durch spätere Anwendung. Klinisch reicht das Bild von feinen weißen Linien entlang der Perikymatien über diffuse Trübungen bis zu bräunlichen Verfärbungen mit Schmelzeinbrüchen.
- Die Fluorose entsteht ausschließlich während der Schmelzbildung, nicht durch spätere lokale Anwendung.
- Die Verteilung ist symmetrisch auf zeitgleich gebildete Zähne.
- Zur Einteilung wird häufig der Dean-Index verwendet.
- Die kritische Phase für die bleibenden Frontzähne liegt etwa im 2. bis 3. Lebensjahr.
- Kritische Phase für bleibende Frontzähne
- ca. 2.–3. Lebensjahr
- Gebräuchlicher Index
- Dean-Index
- Fluoridgehalt Kinderzahnpasta
- je nach Alter 500–1.000 ppm
Charakteristisch ist die symmetrische Verteilung auf gleichzeitig gebildete Zähne – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der MIH mit ihren scharf begrenzten, asymmetrischen Opazitäten. Leichte Formen bedürfen keiner Behandlung; bei ästhetischem Bedarf kommen Mikroabrasion und Schmelzinfiltration in Betracht. Die kritische Phase für die bleibenden Frontzähne liegt in den ersten Lebensjahren.
- Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Scharf begrenzte, asymmetrische gelb-braune Opazitäten an ersten Molaren und Inzisivi.
- Amelogenesis imperfecta
Erbliche Störung, die generalisiert beide Dentitionen betrifft.
- Verwechslung mit MIH, die asymmetrisch und scharf begrenzt auftritt.
- Verzicht auf Fluoridierung aus Sorge vor Fluorose, obwohl die lokale Anwendung nach Zahndurchbruch unbedenklich ist.
- Verschlucken von Zahnpasta im Kleinkindalter als unterschätzte zusätzliche Quelle.
Symmetrisch und diffus spricht für Fluorose, scharf begrenzt und asymmetrisch für MIH.
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Fluoride, Versiegelung und Individualprophylaxe.