Füllungstherapie im Milchgebiss
Synonyme: Restauration im Milchgebiss · Milchzahnfüllung
Restaurationen an Milchzähnen müssen die verbleibende Standzeit bis zum physiologischen Zahnwechsel überbrücken, nicht Jahrzehnte. Anatomische Besonderheiten – dünner Schmelz und dünnes Dentin, ausladende Pulpahörner, breite Approximalkontakte – beeinflussen Präparation und Materialwahl. Glasionomerzement, Kompomer und Komposit sind die gebräuchlichen Materialien.
- Milchzahnschmelz ist mit etwa 0,5–1 mm nur halb so dick wie beim bleibenden Zahn.
- Die Pulpahörner der Milchmolaren reichen weit nach okklusal, besonders mesiobukkal.
- Mehrflächige Kompositfüllungen an Milchmolaren haben deutlich höhere Misserfolgsraten als konfektionierte Kronen.
- Glasionomerzement setzt Fluorid frei und ist bei eingeschränkter Kooperation eine sinnvolle Übergangslösung.
- Schmelzdicke Milchzahn
- ca. 0,5–1 mm
- Verbleibende Standzeit erster Milchmolar
- bis ca. 9.–11. Lebensjahr
- Verbleibende Standzeit zweiter Milchmolar
- bis ca. 10.–12. Lebensjahr
Glasionomerzement gibt Fluorid ab und toleriert eine feuchte Umgebung, ist aber wenig abrasionsfest. Komposit erfordert Trockenlegung und damit meist Kofferdam, liefert dafür die beste Randqualität. Bei mehrflächigen Defekten oder nach Pulpotomie ist die konfektionierte Stahlkrone der mehrflächigen Füllung deutlich überlegen.
- Hall-Technik
Versorgt die Läsion ohne Exkavation unter einer aufzementierten Stahlkrone.
- Atraumatische Restaurationstechnik
Exkavation ausschließlich mit Handinstrumenten und Versorgung mit Glasionomerzement, meist ohne Bohrer.
- Zu tiefe okklusale Präparation mit Eröffnung des mesiobukkalen Pulpahorns.
- Mehrflächige Füllung statt Krone bei ausgedehnter Zerstörung – der Randbruch ist vorprogrammiert.
- Adhäsive Restauration ohne sichere Trockenlegung bei unkooperativem Kind.
Die Milchzahnfüllung muss nur bis zum Zahnwechsel halten – aber mehrflächig hält sie das selten.
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Füllungen, konfektionierte Kronen und Pulpatherapie.